German Abendbrot jetzt auf neuer Website!

September 11th, 2010

Ich bin umgezogen! Bitte besucht das Blog ab sofort auf http://germanabendbrot.wordpress.com Ich freue mich auf Euren Besuch, Eure Kommentare, Anregungen und Tipps. Liebe Grüße und: Wir sehen uns! 

Wenn selbst das Abendbrot zu kurz kommt

September 9th, 2010

Es gibt Tage - oder manchmal Wochen – an denen man weder die Zeit noch den Kopf hat zu kochen. Obwohl es Spaß macht und relaxt, ist einfach zu viel los. Ein schneller Salat, belegte Brote oder der Gang ins Stammlokal sind dann schon das Höchste der Gefühle. Umso mehr freue ich mich aufs Wochenende und neue Kocherlebnisse. Mal sehen, was kommt. Ihr werdet es auf jeden Fall erfahren :)

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Aber ganz ohne kochen geht’s halt dann doch nicht. Am Dienstag hatten wir Besuch von Konny, Philipp und Justus, die sich explizit Frankfurter Grie Soß gewünscht hatten. Und so ein Wunsch ist natürlich eine reine Freude. Zumal die Kräutersaison definitiv dem Ende zugeht und es die letzte Chance für diese herrlich frische Frühlings- und Sommeressen war. Denn die Balkonkästen waren fast leer, da sie ja ohnehin unter Regen und Kälte gelitten haben diesen Sommer und auf dem Viktualienmarkt waren nur noch mit Ach und Krach die nötigen Kräuter zu finden (ein Dank dem bEdW, der natürlich keine Mühe gescheut hat, die Standl-Besitzer wuschig zu machen und doch noch alles zu organisieren!).

Das Rezept findet Ihr hier. Und weil wir diesmal zu fünft waren (und noch eine Probier-Portion für die Nachbarin von Konny und Philipp übrig bleiben musste), gab’s neben Kartoffeln und hartgekochten Eiern auch noch lecker Tafelspitz dazu. Ganz zu schweigen vom Äppelwoi, den die Gäste mitgebracht haben. Stilecht im Bembel und ausm Gerippte :)

Besonders freut mich immer, wenn Gäste aufgeschlossen sind für neue Geschmäcker, alles ausprobieren und dann auch noch vollgegessen und glücklich nach Hause gehen. Die Grie Soß Orgie war jedenfalls ein voller Erfolg und hat in stressigen Zeiten wahnsinnig gut getan. Denn so ein Stückchen Heimat zu teilen, ist immer ganz besonders schön. Kochen tut halt doch gut – und essen muss der Mensch ja auch!

Die Saison ist jedenfalls offiziell beendet. Wir sagen “Tschö, Grie Soß” – wir sehen uns im Frühjahr wieder!

Kochen wie die Küchenteufel

September 5th, 2010

Seit Februar treffen wir uns circa alle zwei Monate mit drei oder mehr anderen Mitstreitern bei Küchenteufel Götz Beller, der in seinem Kochloft am Viktualienmarkt Kochkurse, Firmen-Events, Familienfeiern und eben auch unseren regelmäßigen Stammtisch ausrichtet. Bei ”Il Cheffe”, wie er von uns genannt wird, ist man in den besten Profi-Händen: Götz hat sein Handwerk auf vielen internationalen Stationen gelernt: München, Hamburg, Schweiz, Bermuda, Thailand, Australien… Die Erfahrung in vielen verschiedenen Länderküchen aber auch die Neugierde auf Neues merkt man ihm bei jedem Treffen an - und deshalb macht das Kochen bei und mit Götz auch so viel Spaß! (Auch wenn der arme Götz jedesmal nur den Kopf schüttelt, wenn wir kleine Küchenteufelchen zum Anrichten übergehen und völlig unprofessionell uns gegenseitig im Weg stehen :))

Auf Koch- und Essenwünsche der Stammtisch-Crew wird natürlich eingegangen. Zusammen mit saisonalen Produkten und den tollen Ideen vom Chef geht es dann an 3-4 Gänge. Die Teilnehmer entscheiden sich, welchen Gang sie machen wollen. Natürlich wird aber überall ausgeholfen, geguckt, abgeschmeckt und Senf zugegeben (bildlich gesprochen!). Götz wuselt dabei von Station zu Station, gibt Tipps, unterstützt tatkräftig, atmet manchmal tief ein und zählt dann innerlich sicher bis mindestens 100 :).

Diesmal auf dem Programm:

Roh-marinierte Jakobsmuscheln auf Mais-Salat und gegrillten Süßkartoffelscheiben – eine südamerikanische Spezialität, die uns allen unglaublich gut geschmeckt hat.

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Grünes Thai-Curry mit Red Snapper, Pak Choy und Kaiserschoten: Der Red Snapper wurde vorher in einer Marinade aus Madras-Currypulver, Kokosmilch, Galgant, Zwiebeln, Zitronengras uvm. eingelegt. Die grüne Currypaste wurde natürlich selbst hergestellt (mit viel Koriander samt Wurzel, Kreuzkümmel, Koriandersamen, Pfefferkörnern, Chilischoten, Knoblauch, Galgant etc.)

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Indisches Lammcurry mit Gurken-Raita und Naan. An das Lamm kam ganz viel von meiner Ceylon Currymischung und eine Sauce aus pürierten Tomaten, Zwiebeln, Sellerie, Ingwer und Knoblauch.

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Und obwohl ich ein absoluter Depp bin, wenn es um Teig geht (ich KANN einfach nicht backen!), habe ich mich mit Sabines Unterstützung an Naan herangewagt. Geht eigentlich ganz einfach und schmeckt natürlich viel besser als fertig gekauftes:

1/2 Würfel Hefe

140 ml lauwarmes Wasser

200 gr. Mehl

1 EL Joghurt (natur)

1 TL Salz

1 EL Ghee

Schwarze Sesamsamen (oder alternativ Kümmel oder Kreuzkümmel)

Hefe in dem Wasser auflösen und 10 Minuten stehen lassen. In der Zwischenzeit 200 gr Mehl in eine Rührschüssel geben, kleine Mulde in der Mitte eindrücken und dort Ghee, Salz und Joghurt zugeben. Jetzt das Hefe-Wasser langsam zugießen und alles schön miteinander vermengen. Wenn es ein Teigklumpen geworden ist, diesen auf einer bemehlten Arbeitsfläche schön durchschneten und anschließend in einer zugedeckten Schüssel im 50 Grad warmen Backofen für mindestens eine Stunde gehen lassen. Danach den Teig noch mal ordentlich auf der bemehlten Arbeitsfläche durchkneten. In kleine Portionen teilen, zu Kugeln formen und daraus mit den Handballen kleine circa Handflächen-große Fladen formen. Alle Fladen auf ein Backblech legen, mit Ghee bepinseln und die Samenkörner drüberstreuen. Nochmal 30 min ruhen lassen, bevor es bei rund 200 Grad in den vorgeheizten Ofen geht – wenn möglich, den Grill einschalten und die Fladen gut im Auge behalten. Sobald sie braun werden, 1 x wenden und schon sind sie fertig. Dauert bei so kleinen Fladen etwa fünf Minuten.

Kennt Ihr die Szene aus “Castaway” in der Tom Hanks als Schiffbrüchiger zum ersten Mal Feuer macht und am Strand rumrennt und brüllt “ICH HABE FEUER GEMACHT!!”. So ging’s mir gestern mit meinem Teig. Zum ersten Mal ist aus einem Teigversuch kein hässlicher Klumpen geworden, der maximal als Fensterkitt oder Wurfgeschoss dient: “Ich habe TEIG gemacht!” :)

Hier noch ein paar Impressionen unserer jüngsten Kochsession. Weitere Bilder aus dem Kochloft und Götz’ Kochkursen gibt’s aber auch auf dem Facebook-Profil vom Küchenteufel.

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Einkauf

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Der Stammtisch macht vor allem so tierisch Spaß,

…weil wir viel lernen, ohne bierernst dabei zu sein

…weil wir uns gut verstehen und jeder seine Stärken hat

…weil Götz ein toller Koch, Gastgeber und Freund ist

…weil irgendeiner von uns sich immer an irgendein neue Lebensmittel (Rote Bete!!), Gewürz oder Schärfegrad heranwagt und völlig neue Genüsse entdeckt

…weil es einfach ganz toll ist, mal einen Samstag lang nur zu kochen und zu essen!

Und das alles in einer sehr chicen, zentralen, gemütlichen und trotzdem stylishen Umgebung direkt am Viktualienmarkt mit einem Profikoch an seiner Seite und den nettesten Mitstreitern. Was will man mehr?

Das brandneue Herbstprogramm vom Küchenteufel Kochloft findet Ihr übrigens hier: http://www.küchenteufel.net/kochkurse Probiert’s doch mal aus!

PS: Wenn Ihr für die o.g. Gerichte die Rezepte wollt, gebt mir kurz Bescheid. Die alle hier zu posten hätte den Umfang etwas gesprengt.

Spaghetti Carbonara (aka Caro-nara) nach Rainer und Danielle

September 3rd, 2010

München ist die Stadt der “Zug’roasten”. Hier treffen sich Menschen aus allen Himmelsrichtungen – sei es aus Liebe oder wegen des Jobs. Und manche Verbindungen, die man in den Jahren geknüpft hat, halten auch Job- oder Partnerwechsel aus. Manchmal sitzt man dann zusammen und erinnert sich, welche Begebenheiten dazu geführt haben, dass sich die Wege kreuzten… Keine Angst, ich werde nicht sentimental. Aber bei gutem Essen und einem schönen Glas Wein kann man schon mal zum Nachdenken kommen. Und Caro, unser gestriger Besuch ist eben – wie wir auch – zug’roast und hat durch viele schöne Zufälle unsere Wege gekreuzt.

Spaghetti Carbonara e Pasta con funghi

Deshalb wurden die Spaghetti Carbonara auch zur Caro-nara. Denn Caro hatte viel und Spannendes zu erzählen. Deswegen musste sie diesmal auch nicht kochen (ihr unglaubliches Lasagne-Rezept wird trotzdem an dieser Stelle mal gepostet werden!). Stattdessen – und weil Pfifferling-Zeit ist - hat der bEdW gleich ein Pasta-Duo gezaubert. Was das alles mit Rainer und Danielle zu tun hat? Das sind zwei alte Freunde aus Italien, die dem bEdW Gott sei Dank dieses Rezept und eines für das weltbeste Bolognese-Ragout verraten haben. Und obwohl Rainer leider schon lange nicht mehr lebt und ich ihn nie kennenlernen durfte, denken und sprechen wir oft von ihm. Spätestens bei der nächsten Pasta-Session.

Zutaten für die Carbonara für 2 gute Esser (oder für 3, wenn es ein Pasta-Duo gibt):

Ei-Käse-Masse

2 Eier (komplett)

3 Eigelb

ca. 250 gr geräucherter Bauchspeck

geriebener Parmesan (eine Männerhand voll – tolle Mengenangabe, ich weiß. Aber der bEdW wiegt halt nie irgendwas und kocht frei Schnauze)

Muskatnuss, Salz, Pfeffer, Spritzer Olivenöl,

optional: 50 ml Sahne

Speck

So geht’s:

Schwarte vom Bauchspeck entfernen und in kleine Bröckchen würfeln. Eier verkleppern, mit Parmesan, Gewürzen und eventuell Sahne zu einer homogenen, nicht zu flüssigen Masse verrühren. Falls es sehr flüssig ist, noch etwas Parmesan zugeben. Ist sie eher breiig, kann man mit einem Schluck Sahne verdünnen.

Speckwürfel in einem Spritzer Olivenöl langsam aber kross ausbraten. Die Würfel sollen richtig knusprig aber nicht zu hart sein.  Spaghetti in der Zwischenzeit al dente kochen und in eine vorgewärmte Schüssel geben. Jetzt die Ei-Käse-Masse drübergießen und sofort unterheben. Speckwürfel dazu und noch mal alles mischen. Sofort (!) servieren!

Hinweis vom bEdW: Alle Rezepte reden immer davon, dass die Carbonara nicht stocken und flockig werden soll. Allerdings ist es gerade besonders lecker und wir sind immer ganz heiß auf die zweite Portion, die meist schon nicht mehr ganz so “glitschig” ist. Aber das ist Geschmackssache und lässt sich kaum verhindern, wenn man nicht alles auf einmal serviert.

Zutaten für die Pfifferling-Pasta:

250 gr Pfifferlinge

1 Zwiebel

Petersilie

Weißwein

Ein Schluck Sahne oder Sahneersatz

Salz, Pfeffer

So geht’s:

Zwiebel schälen und hacken. Pfifferlinge in Mehlwasser kurz schwenken und schnell auf Küchenkrepp abtrocknen (wenn sie sauber sind, reicht es auch, sie mit einem feuchen Küchenkrepp abzuputzen – unsere waren aber extrem erdig). Zwiebel in etwas Öl anschwitzen. Pfifferlinge dazugeben und bei nicht zu geringer Temperatur 3-4 Minuten anschwitzen. Alles mit etwas Weißwein ablöschen, reduzieren lassen und mit einem Schluck Sahne geschmeidig machen. Gehackte Petersilie unterheben. Salzen, Pfeffern. Pasta in die Pfanne geben, alles miteinander vermischen - fertig.

Tomatenvariationen

Für etwas Frische hat ein ganz einfacher Tomatensalat gesorgt, weil es momentan einfach wunderbar aromatische Tomaten in allen Variationen gibt. Die kommen bei uns fast täglich auf den Tisch!

Zu den beiden Pasta-Variationen hatten wir einen Wein vom Weingut Wehrhof aus Worms-Pfeddersheim. ”Floreat” ist ein in Barrique gereifter Cuvee. Die schöne Granatrote Farbe, kräftige Holz- und Tabaknoten und die Aromen nach Cassis und Kirsche machen ihn zu einem richtig schönen Herbst-Wein. Die Familie Egelhof beschreibt auf all ihren Etiketten, wozu ihre Weine besonders gut passen. Der “Floreat” geht angeblich besonders mit Waldpilzen (!) mit frischer Petersilie (!!!). Aber auch zu geräuchterter Forelle (die wir jetzt gestern nicht hatten).

Ein netter Service, wie ich finde. Auch wenn man sich nicht sklavisch an die Empfehlung auf dem Etikett halten muss. Aber gestern hat es zufälligerweise hervorragend gepasst! Eine tolle Rotweinüberraschung aus Deutschland!

Kommt Ihr auch über’s Essen (und dem Glas Wein!) zum Philosophieren? Denkt Ihr da auch manchmal an die vielen Wege, die sich zufällig kreuzen und die Begegnungen, die wir aus unbekannten Gründen zu ganz bestimmten Zeitpunkten haben? Oder wird man im beginnenden Herbst einfach sentimental? Lasst doch mal hören… 

Ohjeh, fast unterschlagen: Caro hatte uns wunderbare Bio-Himbeeren mitgebracht, die es zum Nachtisch mit etwas Vanillejoghurt und einem Schuss Amaretto fast ganz pur gab – und uns endgültig satt und glücklich gemacht haben! 

Kürbis II: Kleine Versöhnung dank Kürbissuppe

September 1st, 2010

Wir hatten da noch einen halben Butternut-Kürbis übrig *seuftz*. Und weil mich mein Kürbis-Curry nun echt nicht überzeugt hatte, hat sich der bEdW bereit erklärt, eine Kürbissuppe zu machen. Ich nehme schon mal vorweg: Sie war spicy und ziemlich lecker und relativ wenig Alete-Gläschen-artig.

Kürbissuppe spicy

 Das lag aber wohl daran, dass man nicht allzu viel vom Kürbis mehr geschmeckt hat. Wer also Kürbis-Fan ist, sollte die Schärfe etwas reduzieren. Wem es geht wie mir, der kann ruhig die volle Ladung dranschmeißen. Jedenfalls war mir die Suppe deutlich lieber als das Curry…

Zutaten:

1/2 Butternut-Kürbis

750 ml Gemüsebrühe

Suppengemüse (also Karotten, Petersilienwurzel, Lauch – gibt es TK oder als Bund zu kaufen)

1 Karotte extra

100 ml Kokosmilch

Lorbeerblatt

1 Zwiebel gehackt

2 Vogelaugen-Chilischoten gehackt

ein großes Stück Ingwer

Salz, Pfeffer

Öl und Butter zum Anbraten

6 Garnelen (geschält)

Chili-Öl und Korianderblätter zum Garnieren

Und so wird’s gemacht:

Kürbis und Karotte schälen und in Würfel schneiden. Zwiebeln, Chilis, Ingwer und Suppengemüse kleinhacken. In Öl und Butter anschwitzen. Brühe zugießen und mit dem Lorbeerblatt ca. 20 Minuten köcheln lassen. Lorbeerblatt herausnehmen und alles mit dem Stabmixer pürieren (das Lorbeerblatt keinesfalls mithexeln, sonst hat man eklige Stücke in der Suppe!!). Jetzt mit Salz, Pfeffer, evtl. etwas Curry und noch mehr Chilipulver würzen.

Garnelen in Chiliöl in einer kleinen Pfanne anbraten.

Suppe in Schalen füllen, die Garnelen zugeben, mit Korianderblättern und einigen Tropfen Chiliöl garnieren. Fertig!

Wir hatten dazu einen klassischen Tomatensalat (Tomaten achteln, mit Frühlingszwiebeln, weißem Balsamico, Olivenöl, Essig und Öl anmachen – fertig). Sehr lecker und ein frischer Gegenpart zur cremigen Suppe. 

Have fun! Vielleicht werde ich demnächst ja mal ein Kürbis-Chutney machen und mich weiter gegen meine Hassliebe wehren :)

Hassliebe: Kürbis und ich

August 30th, 2010

Ich halte mich ja für einen ziemlich unkomplizierten Esser. Selbst Lebensmitteln, die ich nicht so gerne mag (Blumenkohl!), versuche ich mich immer mal wieder anzunähern. Das funktioniert am besten, wenn man sie mal zubereitet und herausfindet, ob sie nicht doch irgendwie schmecken können. So ein Lebensmittel ist für mich Kürbis (uargh!). Ich mag ihn einfach nicht. Aber nachdem neulich mein neuer Lieblings-TV-Koch Nigel Slater Butternut-Kürbis zubereitet hat, habe ich dummerweise laut ausgesprochen: “Ich glaube, an Kürbis sollte ich mich auch mal heranwagen!”. Was den bEdW gleich dazu veranlasst hat, einen Butternut-Kürbis mitzubringen (vielleicht auch aus Rache, weil ER Nigel Slater nämlich nicht mag…)

 Butternut-Kürbis

Nachdem wir jetzt also schon den Paneer  im Haus hatten, wurde also ein Kürbis-Kartoffel-Paneer-Curry angesetzt. Ich dachte, dass mit meinen Lieblingsgewürzen wohl auch der Kürbis schon irgendwie erträglich wäre. Naja…

Zutaten:

1/2 Butternut-Kürbis (wahrscheinlich funktioniert auch Hokkaido)

4 Kartoffeln

2 Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

1 Stück Ingwer gehackt

300 ml Gemüsebrühe

100 ml Kokosnussmilch

2 EL Madras-Curry

1 Lorbeerblatt

Zitronensaft

Cumin, Koriander, Zimt, getrocknete Chilischote, 1 Gewürznelke

Kürbis und Kartoffeln

So wird’s gemacht:

Die Gewürze (außer das Madras-Curry) in einer Pfanne anrösten und in der Küchenmaschine zermahlen.

Kartoffeln schälen und in kleine Stücke schneiden. Kürbis halbieren, schälen, Kerne und faseriges Zeug in der Mitte entfernen und in etwas größere Stücke schneiden (damit der Kürbis nicht matscht, bevor die Kartoffeln gar sind!). Zwiebeln, Ingwer, Knobi schälen und fein hacken. 

Eine große Schmorpfanne eignet sich super für Curries

Gehackte Zwiebeln, Knobi, Ingwer in Öl mit einem Lorberblatt anschwitzen, Gewürze und Currypulver dazugeben und mit anrösten.

Kartoffeln und Kürbis sowie die Gemüsebrühe dazugeben und bei geschlossenem Deckel rund 20 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen (immer mal schauen, ob Kartoffeln und Kürbis schon gar sind oder noch Zeit brauchen. Unser Kürbis war noch nicht ganz reif und brauchte etwas länger.)

Fast fertig!

Mit ordentlich Salz (falls die Gemüsebrühe nicht schon sehr salzig ist!), Zitronensaft und ggf. noch etwas Currypulver abschmecken. Paneer in Würfeln sowie die Kokosmilch unterheben und bei kleiner Hitze noch heiß werden lassen (nicht mehr zu viel rühren, sonst zerbröselt der Paneer).

Viele Chutneys dazu, damit’s nicht nach Kürbis schmeckt!

Mit Reis oder Naan servieren. Ich habe noch Hot-Mango-Pickles (von Rajah – gibt es im Asia-Laden) dazu gereicht, damit man nicht so viel vom Kürbis schmeckt.

Denn: Der Kürbis und ich werden keine Freunde. Das Curry war lecker – solange ich Kartoffeln und Paneer im Mund hatte. Aber das Süßliche vom Kürbis ist einfach nicht meins. Ich werde das Gericht noch mal mit Karotten oder nur mit Kartoffeln ausprobieren, weil es wirklich lecker war. Aber der Kürbis erinnert mich einfach immer an Alete-Gläschen.

PS: Mit der zweiten Hälfte des Butternut-Kürbis hat der bEdW eine Kürbiscrémesuppe gemacht. Dazu dann bald mehr. (Ich habe sie noch nicht probiert und bin gespannt, ob ich meine Aversion irgendwann überwinden kann.).

PPS: Das einzige Mal, dass ich Kürbis wirklich mochte, war im afghanischen Restaurant Chopan in der Elvirastraße. Der Kürbis wurde mir vom Chef als Vorspeise empfohlen. Und als ich mich mit Händen und Füßen gewehrt habe, meinte er: “Ok, ein Deal: Sie probieren das. Und wenn es nicht schmeckt, bekommen Sie was anderes umsonst!”. Naja, da muss man ja schon mal über den Schatten springen. Und es war KÖSTLICH. Scharf und säuerlich mit einer ganz, ganz leichten Süße. Ich habe es nicht bereut, immer mal wieder auch ungeliebte Zutaten zu probieren. Aber es hat mir wohl nur deshalb so geschmeckt, weil das Gericht einfach so gut wie gar nicht nach Kürbis geschmeckt hat :)

Welche Lebensmittel mögt Ihr einfach gar nicht leiden? Und wie geht Ihr damit um? Oder wurdet Ihr auch schon mal bekehrt?  

Hausgemachter Käse: Paneer (ein Muss für Palak Paneer)

August 29th, 2010

Nachdem wir neulich in “Einfach indisch!” gesehen haben, wie einfach es ist, Paneer (also Frischkäse, der häufig in indischen Gerichten verwendet wird) herzustellen, haben wir uns jetzt endlich mal selbst rangetraut. Und es ist wahnsinnig einfach! (Übrigens: Den Rest der Kochsendung mit Anjum Anand kann man getrost vergessen. Hier wird sich meist mehr darum bemüht, ihre Lippenstiftfarbe toll ins Bild zu rücken, als um’s Essen. Vielleicht dann doch lieber auf ihre Kochbücher zurückgreifen. Aber das mit dem Paneer war eine Initialzündung!)

Ihr braucht total wenig:

Überschaubare Zutaten

1 Liter Vollmich

4 Löffel Wein-Branntweinessig

ein sauberes Küchentuch

Sieb, Schüssel, Küchenschnur, 2 Bretter, viele Kochbücher

So geht’s:

Milch aufkochen lassen

Die Milch zum Kochen bringen. Sobald sie aufwallt, den Wein-Branntweinessig mit dem Schneebesen einrühren und den Topf sofort von der Platte ziehen.

Milch wird zu Molke und Käse

Jetzt beginnen sich “Käse” und Molke voneinander zu treffen. Die Molke sieht ein bisschen gelb-grün aus, während der weiße Käse flockt. Wenn das nicht gleich funktioniert, einfach den Topf noch mal auf die heiße Platte stellen und etwas rühren, bis sich beides voneinander trennt.

Jetzt die Masse in das mit einem sauberen Küchenhandtuch ausgekleidete Sieb schütten und eine halbe Minute unter fließendem kalten Wasser abspülen. Dadurch werden die letzten Reste Gerinnstoffe entfernt.

Alles durch ein Tuch in ein Sieb geben, abspülen, abtropfen lassen

Jetzt das Tuch zusammennehmen, zudrehen und so viel Flüssigkeit wie möglich auspressen. Je fester Ihr jetzt dreht, desto fester wird der Käse nachher.

Alle Flüssigkeit rauspressen

Dann das Tuch etwas lockern und mit Schnur zubinden.

Etwas den Griff lockern und zubinden

Das Käsesäckchen etwas platt klopfen und zwischen 2 Bretter legen, damit weiter Flüssigkeit herausgepresst wird. Das obere Brett mit ordentlich schweren Kochbüchern beschweren und ca. eine Stunde warten.

Wozu Kochbücher noch gut sind…

Wenn Ihr ordentlich Flüssigkeit rausgepresst habt und die Bücher schön schwer waren, sieht der Käse nach einer guten Stunde so aus:

Nicht schön aber hausgemacht!

Wenn er eher etwas krümeliger sein soll, dann nicht so fest pressen. Oder – wenn er schön schnittfest sein soll – noch eine Stunde länger in der Bücherpresse lassen. Insgesamt erhält man aus einem Liter Milch so rund 150 gr. Käse.

Der Paneer passt natürlich klassischerweise in das Gericht (meine Leibspeise!) Palak Paneer – also Frischkäse mit Spinat.

Dazu den Paneer in Stücke schneiden und in Ghee leicht anbräunen. Beiseite stellen.

Frischen Blattspinat (600 gr oder 500 TK-Spinat) waschen und klein schneiden. 1 Zwiebel, 2 Knobi-Zehen und ein großes Stück Ingwer schälen und hacken. Alles in Öl anbraten und mit Koriander, Kurkuma, Cumin und Chilipulver würzen. Unter rühren etwas anbraten, Spinat dazu geben und rund 10 Minuten garen lassen. (Wer mag, kann das Ganze jetzt pürieren) Mit Salz und einer Prise Zucker abschmecken, 200 gr Joghurt unterheben (jetzt nicht mehr kochen lassen, sonst flockt es!) und die Paneer-Würfel dazugeben. Alles noch mal einige Minute heiß werden lassen.  

Wer partout keinen Paneer selber machen mag (die Molke stinkt ein bisschen, aber die Herstellung ist wirklich kinderleicht), kann auch einfach schnittfesten, ungewürzten Frischkäse aus dem Supermarktregal oder Paneer aus dem Indien-Shop kaufen. In München führt beispielsweise das “Kohinoor” in der Adolf-Kolping-Straße 10 (Bahnhofsviertel) Paneer auch in kleinen Mengen im Kühlschrank (und leckere Samosas to go für den kleinen Hunger!).

Beschäftigung für regnerische Tage / Currymischung / Kochbuchempfehlung III

August 28th, 2010

Was machen Menschen, die besessen sind von Gewürzen, an regnerischen Tagen? Natürlich das Gewürzregal überarbeiten. Zumindest war das unsere heutige Beschäftigung. Angefangen hat es wie immer mit: “Ich glaube, wir brauchen dringend noch mehr Dosen für die Gewürze!” Und statt einfach blind loszurennen, haben wir erstmal geschaut, wo wir eventuell Gewürze “konsolidieren” oder umfüllen können. Gewürze sind nämlich in unserer Küche eigentlich überall: In Schränken, Regalen, Schubladen und so weiter. Weil man sie aber am besten vor Licht und Feuchtigkeit schützen und nicht einfach in Tütchen in der Schublade rumfliegen lassen sollte, wurde also umgeshiftet.

Schnell war klar, dass unser eines Gewürzregal nicht annähernd ausreichen würde. Also wurde gleich noch das Regal umgeräumt (womit man sich halt so beschäftigt, wenn es im August regnet und regnet). Vorhandene Gewürzdosen mussten gespült und umbeschriftet werden. Schraubgläser, die ich erst vor kurzem im “Bottles & Glashaus” in der Münchner Josephspitalstraße erstanden hatte, kamen endlich zum Einsatz und so weiter.

Jetzt ist endlich alles wieder unter Dach und Fach, Altes aussortiert, Neues hat seinen berechtigten Platz und insgesamt sind die gesammelten Gewürze übersichtlicher und schneller greifbar. Das ist ganz besonders wichtig, wenn man wie ich ständig mit 1000 Gewürzen kocht und Gewürzmischungen selber herstellt.

Übersichtlichkeit - so weit möglich

Bei so viel Überblick musste auch gleich eine neue Currymischung her: Madras Curry. Das zeichnet sich dadurch aus, dass es schärfer ist als das Ceylon Curry, das ich neulich schon mal vorgestellt hatte. Neben dem Eigenbedarf wollte ich auch ein Mitbringsel für unseren Kochstammtisch nächste Woche vorbereiten. (Dazu dann bald mehr).

Schönes Mitbringsel: selbstgemachte Currymischungen

Für Madras Currymischung braucht Ihr:

6 getrocknete Chilischoten (Kerne können entfernt werden, sonst ist es superscharf)

3 TL Koriandersamen

1 TL schwarze Senfsamen

2 TL Kreuzkümmelsamen

1 TL schwarze Pfefferkörner

1 TL Bockshornkleesamen

20 getrocknete Curryblätter

2 EL Kurkumapulver

Chili in allen Variationen

Alle groben Gewürze in einer Küchenmaschine zerkleinern (der Bockshornkleesamen ist zu hart zum Mörsern. Das macht damit keinen Spaß) und abschließend mit dem Kurkuma vermischen. Hält sich in einer luftdicht verschlossenen Dose oder einem Schraubglas viele Wochen. Da gemahlene Gewürze aber ihr Aroma verlieren, sollte man nicht zu viel auf einmal zubereiten, sondern lieber wieder frisch ansetzen.

Geht auch ohne Mörser: Currymischung in der Küchenmaschine

Das Rezept ist übrigens aus dem Kochbuch “Küchen der Welt. Indien” von Gräfe & Unzer, das es leider nur noch gebraucht gibt. Es war mein allererstes Indien-Kochbuch, das ich mir vor 15 Jahren (oh man!!) gekauft habe und das ein super Einstieg war.   

Als nächstes müssten dringend mal die Schränke ausgewischt und die beiden großen Schubladen, in denen Töpfe und Pfannen rumfliegen, umsortiert und aufgeräumt werden. Aber der Herbst wird ja vermutlich ein langer in diesem Jahr…

Und was macht Ihr so an regnerischen Tagen in der Küche?

Yamas! Oder griechische Abend-Überraschung

August 27th, 2010

“Griechischer Abend?” – Das war die SMS, die ich nach einem sehr langen, sehr intensiven Tag vom bEdW bekam. Wie könnte man da anders drauf antworten als mit “Ja, klar!”?

Salat Griechen-Style

Als ich dann endlich zu Hause war (man, war das schwül gestern!) gab es einen wunderbar frischen Salat Griechenland Style mit Eisbergsalat, Gurken, Tomaten, grünen Peperoni, Oliven, Feta, roten Zwiebeln und einem leckeren Dressing aus Zitronensaft, Olivenöl, einer Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer, Teil einer lediglich pikanten Chilischote.

Dazu hatten wir wunderbar knuspri-würzige Keftedes – griechisch gewürzte Fleischbällchen.

Zutaten:

250 gr Hackfleisch

Ein verkleppertes Ei

20 gr Semmelbrösel

eine kleine gehackte Zwiebel

Petersilie und Minze - beides fein gehackt

Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Salz

Mehl zu Bestäuben, Öl zum Anbraten und Zitrone zum Servieren

So geht’s:

Eine Mischung herstellen aus Ei, Semmelbrösel, Zwiebel, Hack, 2 EL Zitronensaft und den gehackten Kräuter. Mit Salz und PFeffer ordentlich würzen und zu mittelgroßen Fladen formen. In Mehl wenden (es sollte nicht zu viel hängen bleiben) und im Öl heiß anbraten. Das dauert 2-4 Minuten pro Seite und hängt von der Dicke der Fleischbällchen ab. Aus der Pfanne nehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit Zitronenachteln servieren. (Weil ich so Hunger hatte, habe ich nicht viel Zeit auf ein ansprechendes Foto verwendet…hihi…Aber lecker war’s!)

Keftedes

Aus Zeitgründen gab es kein hausgemachtes, sondern ein gekauftes Tsatsiki. Das schmeckte aber ganz herrlich zu den Keftedes und sollte unbedingt auf dem Tisch stehen. Wenn man es nicht selber machen kann, ist das von Apostels (Edeka und Rewe) oder  von Gut&Günstig (Edeka) ein vertretbarer Convenience-Ersatz (wobei das von Apostels weniger Zusatzstoffe hat und deshalb mein Favourite ist).

Eigentlich war schon ein griechischer Rotwein kalt gelegt. Aber bei dem Wetter war uns das immer noch zu heftig. Deswegen gab es ein Glas eines fruchtigen spanischen Rosés, der (wie ich gerade gelesen habe) zu den besten Rosès weltweit gehört. Aha. Mir hat er ausgezeichnet geschmeckt. Aber unter den Top3? Für einen Preis von 5,50 Euro aber durchaus mal einen Test wert. Gut gekühlt war er jedenfalls perfekt zu unserem südländischen Essen und ein angenehmer Abschluss eines schwül-heißen Tages.

Wie habt Ihr zuletzt einen heftigen Tag ausklingen lassen? Kann ein leckeres Essen die Batterien wieder auffüllen? Oder macht Ihr lieber Sport, geht ins Kino oder führt ein langes Telefonat mit der besten Freundin?

Kochbuchempfehlung II: Orient – Küche & Kultur

August 25th, 2010

Die Gräfe-und-Unzer-Reihe “Küche & Kultur” ist im Kochbuch-Regal schon mit Indien (Überraschung!!) und Vietnam vertreten. Beides sehr hochwertige, wunderschön fotografierte Kochbücher, die neben Rezepten auch viel Wissenswertes über Esskultur und -gewohnheiten der jeweiligen Ländern vermitteln.

Orient - Küch & Kultur

Als ich im Antiquariat in der Sendlinger Straße entdeckt habe, dass es aus der Reihe auch “Orient” für 14,95 statt 29,95 Euro gibt, habe ich gleich zugegriffen.

Wie immer bei GU sind die Rezepte übersichtlich gestaltet und die Anleitung sehr gut nachvollziehbar. Dazu gibt es ein umfangreiches Glossar zu Gewürzen, Pasten und Gewürzmischungen, die im beim orientalischen Kochen ja reichhaltig zum Einsatz kommen. Außerdem bieten die Autoren – wie bei allen Exemplaren der Reihe – auch Vorschläge für Menüs, Buffets und Festmähler. So fällt die Zusammenstellung mehrerer Speise noch leichter.

Durch die Einblicke in das kulturelle Leben und die Essgewohnheiten wird Blättern im Kochbuch schnell zum Kopf-Urlaub und macht richtig Lust, sich an die Töpfe zu stellen.

1001 Rezepte - nicht nur für Falafel

Weil am Wochenende Biergartenwetter herrschte, haben wir (also eigentlich der bEdW) gleich ein paar Schmankerl ausprobiert: Bulgur-Salat mit viel Petersilie und Minze, Lammhackfleischbällchen mit Bulgur (herrlich gewürzt) und einen scharfen Tomatensalat (der Clou: Tomaten häuten und mit hauchdünnen Chili-Ringen, Zitronensaft, Olivenöl und gehackter getrockneter Tomate aromatisieren. Ein Aroma-Traum!). Alles wahnsinnig lecker, wenn auch nicht unaufwändig. Aber gerade die 1001 Mezze-Variationen (kleine Dips und Vorspeisen, die in unzähligen Schälchen auf den Tisch kommen) eignen sich bestens auch mal für einen kleinen Imbiss oder eben als Biergarten-Schmankerl.

Für mich ganz klar: Neben Indien, Vietnam und Orient ist noch viel Platz im Regal für weitere Bücher der Reihe.

Bilder von amazon.