Spaghetti Puttanesca

Wenn der Magen längere Zeit verrückt gespielt hat, kommt der Punkt, an dem man auf irgendwas ganz Bestimmtes Appetit hat. Ein gutes Zeichen eigentlich. Und ich finde, man sollte dann unbedingt drauf hören, wonach es dem Körper verlangt. Der wird schon wissen, was er sich zumuten kann.

In meinem Fall hatte ich unbändiges Verlangen nach Spaghetti Puttanesca – Spaghetti nach Art der Nutten. Fragt mich nicht wieso. Vielleicht ein Defizit an Kohlehydraten und Salz? Jedenfalls geht eine Erklärung des komischen Rezeptenamens so, dass die Sauce aus lauter Zutaten besteht, die eine berufstätige (!) italienische Frau, die tagsüber nicht zum Kochen kommt, daheim in der Speisekammer hat. Checkt doch mal, welche der Zutaten Ihr so daheim habt 😉 

Jedenfalls war’s superlecker und hat mir bisher auch nicht geschadet.

Zutaten für 2 Personen:

250 gr Spaghetti

2 Dosen gehackte Tomaten

2 gehäufte EL Kapern

2-3 Sardellenfilets (die in Salzlake eingelegten)

eine Hand voll schwarze Oliven (ich hatte noch Kalamata-Oliven übrig, die aber etwas zu penetrant waren. Am besten nimmt man recht milde ohne Stein. Aber bitte nicht die geschwärzten, die machen nur die Sauce grau)

2 Knobizehen

1 Schalotte

1 Peperoncini

Olivenöl, Salz, Pfeffer

Schluck Rotwein

Basilikumblätter, Parmesan (beides nach Belieben)

Und so geht’s:

Zwiebeln, Knobi, Peperoncini, Kapern klein hacken. Sardellen gut abspülen und ebenfalls hacken. Oliven entkernen und hacken. In etwas Olivenöl zuerst Zwiebeln, Knoblauch, Peperoni anschwitzen. Kapern und Sardellen zugeben und mit anbraten. Alles mit einem Schluck Rotwein (oder Brühe von den Tomaten) ablöschen und einkochen lassen. Oliven und Tomaten zugeben und alles bei mittlerer Hitze ohne Deckel köcheln lassen. Abschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken. Aber Vorsicht: Kapern und Sardellen sind sehr salzig – also erstmal wenig Salz nehmen! 

Jetzt die Spaghetti etwas weniger als al dente kochen, abtropfen lassen und in die Sauce geben. In der Pfanne/im Topf alles gut vermischen und mit gehacktem Basilikum und Parmesan garniert servieren. (Da ich noch Reste des Sugo aufheben wollte, habe ich es nur über die Nudeln gegeben zum Servieren. Leckerer ist es aber, wenn man die Nudeln etwas vor der Zeit aus dem Wasser nimmt und noch mal im Sugo durchschwenkt.)   

Da ich immer noch etwas angeschlagen bin, habe ich auf Weinbegleitung verzichtet. Dazu passt natürlich aber ein Chianti bestens.

Das Rezept ist leicht abgewandelt und stammt ursprünglich aus einem meiner allerersten Kochbücher (im ersten Semester gekauft), das es nur noch gebraucht zu kaufen gibt: Diane Seed „Die hundert besten Pasta Saucen“ . Ich mag eigentlich keine Kochbücher ohne Fotos. Aber die Zeichnungen sind ganz nett – sehr 90er Jahre mäßig. Die Rezepte sind jedenfalls sehr einfach nachzukochen. Ich erinnere mich allerdings daran, dass ich als Student mal die Zitronen-Wodka-Sauce gemacht habe und sie ziemlich nach Wodka geschmeckt hat. War allerdings ein lustiger Abend 🙂

Worauf hattet Ihr zuletzt so richtige Gelüste? Hört Ihr dann immer auf Euren Körper? Und was war Euer erstes Kochbuch?

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