…so würde ich heute noch ein Apfelküchlein backen.

Wie verrückt diese Zeiten sind, merkt Ihr nicht nur daran, dass ich Luther in leichter Abwandlung zitiere, sondern auch noch anfange zu backen. Und zwar nichts Herzhaftes, sondern tatsächlich ein Apfelküchlein. So weit bringt mich also die Mischung aus Nachrichten, Menschen im Pulk vor Eisdielen und einer mir bisher fremden Bewunderung für Personen einer Partei, die ich sonst nicht unterstütze. Crazy times!

Seelenfutter Apfelküchlein

Wenn die Gedanken im Kopf nicht still stehen und ich mich auch nicht mehr auf Filme, Serien oder Bücher konzentrieren kann, dann finde ich es immer hilfreich, etwas mit den Händen zu machen. Bügeln zum Beispiel. Oder den Balkon schrubben. Oder halt backen (whaaaat?). Zwei schrumpelige Äpfel in der Obstschale, ein paar Eier, etwas Mehl (wer, bitte, hamstert Mehl? Und warum ist Hefe ausverkauft?), nicht zu viel Zucker, eine Handvoll Rosinen – fertig ist mein Apfelküchlein, das mir auf dem Balkon zusammen mit einer Tasse Kaffee und ein paar Bienen derzeit die Wolken von der Seele pustet.

Zutaten & Rezept für mein Apfelküchlein

Die Mischung von braunem und weißem Zucker sowie Weizenvollkorn- und Weizenmehl ist der aktuellen Vorratslage geschuldet. Ihr könnt die Relation hier verändern und auch ruhig etwas mehr Zucker nehmen, wenn Ihr kleine Süßschnäble seid. Ich mag mein Apfelküchlein lieber etwas weniger süß.

Zutaten für eine 22-cm-lange Kastenform:

  • 2 mittelgroße, abgelagerte Äpfel, geschält und in Würfelchen geschnitten
  • 3 Eier (L)
  • 70 gr Zucker
  • 20 gr brauner Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 150 gr Weizenvollkornmehl
  • 50 gr Weizenmehl (405)
  • 1 Tütchen Backpulver
  • 2 EL Rosinen
  • etwas Butter zum Einfetten der Form sowie einige Semmelbrösel

Und so geht’s:

  1. Backofen auf 200 Grad vorheizen (Unter- und Oberhitze).
  2. Form fetten und mit ein paar Semmelbröseln auskleiden.
  3. Zucker, Mehl, Backpulver und Vanillezucker in einer Schüssel vermischen.
  4. Eier unterrühren.
  5. Rosinen und die Apfelstückchen unterheben.
  6. Teig in die Kastenform füllen. Form ein paar Mal kräftig auf die Arbeitsfläche klopfen, damit sich der recht zähe Teig gut verteilt.
  7. Auf der mittleren Schiene etwa 35 min backen. (Mit einem Holzstäbchen prüfen, ob der Kuchen in der Mitte gar ist!)
  8. Kastenform herausnehmen und abkühlen lassen.
  9. Das Apfelküchlein noch lauwarm zu einer Tasse Kaffee oder Tee genießen. Ein Klecks Sahne ist die Extraportion Seelenfutter!

Ein Rezept für einen Apfelkuchen mit karamelligen Streuseln findet Ihr übrigens hier (einfach Link anklicken).

Und was ist Euer Seelenfutter für diese verrückten Zeiten?

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  1. Liebe Julia,
    danke für die beiden Rezepte. Sie kommen recht.
    Danke vor allem für das Lutherzitat. Mein Mann, gerade eben in Rente bzw. Nochresturlaub gegangen, verbringt die Tage auf unseren beiden Obstwiesen (insg. ca. Obstbäume aller Art) und beschneidet die Bäume. Also auch ganz nahe dran an Luther.
    Ich habe keine gute Nacht hinter mehr, da kommt dein Beitrag sehr recht. Was ich mache? So ähnlich wie du – Schubladen, Lebensmittelschränke ausgeräumt, geputzt, geordnet und sortiert. Der gute Durch-und Überblick. Brotbacken. Hab ich schon immer und immer wieder gemacht und lerne nun die moderneren Rezepte, die mit sehr wenig Hefe auskommen. Mit gutem Erfolg. Ich habe Sauerteig angesetzt und pflege ihn. Statt Apfelküchlein habe ich einen Birnenkuchen gebacken, mit dem Quark, der weg musste und den einem Glas eingedünstete Birnen vom letzten Herbst. Die verschrumpelten Äpfel locken nun zu Apfelküchlein.
    Ein täglicher kleiner Waldspaziergang, allein und auf einsamen Wegen; eine Osterstrauß geschmückt.

    Und gestern abend habe ich vom Balkonsingen gelesen. Jeden Abend um 19 Uhr. Jede/r von seinem Balkon oder offenen Fenster. „Der Mond ist aufgegangen“. Eine Aktion, ausgelöst von der EKD, die einlädt zum Mitsingen.

    Mit sehr herzlichen Grüßen aus dem Schwabenland
    Ingrid

    1. Julia Author says:

      Ach, das klingt herrlich. Solange es noch geht, gehe ich auch regelmäßig laufen (durch den Park oder entlang des Rheins) und genieße zumindest mal unseren Stadtbalkon. Hier singt abends „nur“ ein sehr ausdauernder Amselmann, bevor die Fledermäuse herauskommen und um die Dachgeschosse flitzen. Einen Sauerteigansatz lasse ich mir gerade von einer Freundin schicken und mache auch mal wieder Versuche mit dem Brotbacken. Lasst es Euch den Umständen entsprechend gut gehen und bleibt gesund!

  2. Das hast du schön ausgedrückt: „Die Wolken von der Seele pusten“ ….
    Liebe Grüsse aus dem Elsass
    von Sabine

    1. Julia Author says:

      Danke Dir und hab ein schönes Wochenende, liebe Sabine.

  3. Oh ja, Backen beruhigt… Ich vermisse meine Schüler und leiste über die schulinterne Lernplattform so gut Beistand wie möglich. Es fühlt sich alles so skurril an: einerseits fängt alles an zu blühen, die Natur erwacht und auf der anderen Seite erlahmt das gesellschaftliche Leben und wir schauen der Welt nur von drinnen zu…
    Danke für das Rezept – mein Mann wurde kürzlich laktoseintolerant getestet, da bin ich immer begeistert über Rezepte, für die ich keine Milch – Sahne – Butter – etc brauche.

    LG, Miriam

    1. Julia Author says:

      Ihr Lehrerinnen seid echte Alltagsheldinnen. Ich freu mich, wenn das Rezept ein klein bisschen Freude bringt. Genießt den Frühling trotzdem so gut es geht, Ihr Lieben!

  4. Liebe Julia,

    sehr lecker, tolles Rezept. Heute Morgen gebacken, heute Nachmittag haben wir zu zweit die Hälfte vom Kuchen aufgefuttert.

    Liebe Grüße,
    Anni.

    1. Julia Author says:

      So soll das sein! Passt auf Euch auf!

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