Pollo alla Cacciatore: Hühnchen nach Jägerart.

Pollo alla Cacciatore – also Huhn nach Jägerart – ist ein Klassiker der italienischen Küche, weshalb es auch gefühlt eine Million Rezepte gibt. Wahrscheinlich hat jede Nona ihr eigenes. Und wahrscheinlich orientiert es sich nach Jahreszeit und Familiengeschmack.

Ich habe mich ein bisschen an Jamie Oliver orientiert, die Wikipedia bemüht und ansonsten einfach das Angebot auf dem Wochenmarkt bestimmen lassen. Herausgekommen ist unser ganz eigenes Rezept für Pollo alla Cacciatore:

Für 2 Personen hatten wir folgende Zutaten im Einkaufskorb:

Drei Hühnerschenkel mit Haut

1 Dose Tomaten

1 EL Tomatenmark

2 Zweige Rosmarin

4 Zweige Thymian

4 Stengel Petersilie

2 Lorbeer-Blätter

3 Knoblauchzehen

1 mittelgroße Zwiebel

1/4 Habanero-Chili (ersatzweise eine halbe normale Chilischote oder nach Belieben)

eine kleine Handvoll schwarze Oliven ohne Stein

1 Karotte

1 rote Paprika

1 mittelgroße Kartoffel

2 Stangen Sellerie

1/2 Flasche Chianti (oder anderen Sangiovese-Wein)

4 Sardellenfilets (in Salz eingelegt)

Salz, Pfeffer, Prise Zucker

etwas Olivenöl zum Anbraten

etwas Mehl

Die Zubereitung dauert mindestens 2,5 Stunden – eher länger. Das Gericht ist also nichts, wenn einen spontan der Hunger überfällt. Dafür lässe es sich – gerade auch für Gäste – wunderbar vorbereiten, da es sich im Ofen quasi selbst gart.

Und so wird’s gemacht:

Hühnerschenkel waschen, trockentupfen und mit Salz und Pfeffer einreiben. In eine Schüssel legen, den Wein dazu gießen und den Rosmarin, Lorbeerblätter und 2 angedrückte Knoblauchezehen hinzugeben. Die Hühnerteile sollten bedeckt sein und mindestens eine Stunde oder länger in der Marinade ziehen.

Wenn das Huhn fast fertig mariniert ist, kann man schon mal mit den weiteren Schritten anfangen: Das Gemüse in nicht zu winzige Würfel schneiden, Knoblauch und Zwiebel schälen und fein hacken, Petersilie hacken. Sardellenfilets gut abspülen. Ofen auf etwa 180 Grad vorheizen.

Hühnchen aus der Marinade nehmen (nicht wegschütten!!!), gut abtropfen lassen und mit Küchenkrepp abtupfen, anschließend mit etwas Mehl bepudern und einreiben. Bräter oder ofenfeste Pfanne auf den Herd stellen, Öl erhitzen und die Hähnchenteile darin anbraten, bis sie knusprig braun sind. Herausnehmen und zur Seite stellen. Dann im Bräter das Tomatenmark anrösten. Knoblauch und Zwiebel anschwitzen. Oliven und Sardellen hinzugeben und unter Rühren noch etwas mitrösten. Die Tomaten aus der Dose, die Habanero sowie die Gemüsewürfel hinzugeben und mit der Marinade aufgießen. (Evtl. nicht gleich die komplette Marinade verwenden, sondern erstmal gucken, wie flüssig die Sauce ist. Man kann gegen Ende immer noch etwas Marinade hinzugießen).

Jetzt alles auf dem Herd einmal zu Kochen bringen und die Hühnchenteile obenauf legen, mit der Haut nach oben. Zudecken und ab in den Ofen für mindestens eine Stunde oder länger.

Nach der Garzeit den Bräter (Vorsicht beim Öffnen der Backofentür: Dampf!!) aus dem Backofen nehmen und auf den Herd stellen. Die Hühnchenteile herausnehmen und noch mal im Backofen unterm Grill knusprig grillen (unbedingt darauf achten, dass es nicht zu lange ist!). Währendessen den Sugo im Bräter aufkochen und etwas einreduzieren lassen. Evtl. Öl an der Oberfläche abschöpfen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Lorbeer, Rosmarin und Thymian herausfischen.

Zum Anrichten den Sugo in tiefe Teller geben und je eine Hühnerkeule obenauf legen. Mit Petersilie bestreuen und mit Ciabatta servieren.

Dazu MUSS eigentlich die restliche Flasche Chianti getrunken werden. Aber dieses Opfer bringt auch der Jäger sicherlich gern 😉

Bei „Jägerart“ denkt man ja eigentlich immer erstmal an eklige-braune Sauce mit Dosen-Champignons, die über Schnitzel gegossen und in Vereinsheimsgaststuben serviert werden. Urgh. Diese italienische Variante der „Jägerart“ zeigt mal wieder, warum die italienische Küche so beliebt ist: frische Zutaten, knackiges Gemüse, feine Kräuter und viel Zeit machen das Sugo herzhaft und doch nicht schwer. Gleichzeitig schmeckt das Huhn wunderbar beschwipst und kräuterig. Wer dann noch das Brot in die Sauce tunkt, ist versöhnt mit „Jägerart“. Das verspreche ich Euch!

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  1. Das sieht so lecker aus… Ich bekomme direkt Hunger.

    Das Jägerschnitzel mit Tütensauce und Dosenpilzen gibt’s auch bevorzugt in Brauhäusern. *schüttel*
    Dagegen ist dein Hühnchen ja Gold und zwar sowas von 😉

  2. @Tina: Oh ja, da gibt es ja leider auch häufig „Pute Bombay Art“ mit Sahne, Ananas und Currypulver. Dann lieber lecker hausgemachtes Frikadellchen mit Mostert im Uerige oder Metthappen im Füchschen 😉

  3. Go Jamie! Apropos Nonas: Hab immer noch die Szene aus einer seiner Sendungen im Kopf (Jamie’s Italy oder so) wo er im Wettstreit mit echt italenischen Nonas um die größte Lasagneplatte auf dem Dorfplatz so ehrgeizig ist, dass er fast weint, als er – trotz größter Platte – disqualifiziert wird, weil er einmal geschummelt (Loch geklebt!) hat. Beim Essen versteht der Jamie halt keinen Spaß…

    Sieht im Übrigen lecker aus. Und war mit 2,5 Std ja immer noch weniger arbeitsaufwendig als mein letzter Kuchen. Puh.

  4. Boah – kannst DU kochen!
    Naja – vielleicht wird’s bei mir ja demnächst auch besser, denn ich habe nämlich…
    DEIN Geschenk HEUTE erhalten!!!
    Ach – you made my day, REALLY…
    RIESIG vielmals DANKE – bei mir gibt’s diese Woche auch etwas zu gewinnen: Einen Tee Adventskalender mit Extraüberraschung!
    Schaust Du vorbei und machst mit???
    Und Deine Freunde hier vielleicht auch?
    Freue mich auf Euch!
    LG Anette

  5. @Anna Ich hole mir bei Jamie immer mal ganz gerne Inspirationen. Aber als Typ und omnipräsenter Werbeträger ist er mir einfach „too much“. Beim Pollo Cacciatore kann man übrigens wunderbar freestylen – jedenfalls mehr als beim Backen 😉

    @Anette Das Hühnchen war gar nicht schwer. Und es schmeckt auch noch am nächsten Tag. Also trau Dich ruhig ran. Unter dem Stichwort „schnell & lecker“ findest Du auch viele weitere einfache Gerichte. Aber Du hast ja jetzt das Kochbuch 😉 Klar surfe ich bei Dir vorbei! Hab’s doch schon entdeckt 🙂

  6. Yummie – das wird auf jeden Fall nachgekocht! klingt saulecker und sieht richtig toll aus…. jetzt muss ich nur noch bis zum Wochenende ausharren 🙂

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