Blog-Event „Festliche Champagnermenüs“: After Dinner Pralinen

Jetzt beginnt wieder die Zeit, in der man sich Gedanken über Weihnachts- oder Silvestermenüs macht, über Einladungen zum Advents-Kaffee oder kleine selbstgemachte Geschenke aus der Küche.

Deshalb musste ich unbedingt beim Blog-Event „Festliche Champagnermenüs“ mitmachen, den von Zorra vom Kochtopf-Blog initiiert hat.  

Zu einem festlichen Menü gehört unbedingt hinterher ein guter Espresso, vielleicht sogar eine Zigarre oder – als Zwischengang – eine nicht zu süße Kleinigkeit zum Neutralisieren.

Ideal dafür finde ich die Champagne Chocolates aus dem Ottolenghi-Kochbuch, aus dem ich ja schon mehrfach hier im Blog was nachgekocht habe – und alles war immer suuuuperlecker!

Die Champagner Pralinen sind nicht ganz unaufwendig und für jemand wie mich, der so ungeübt darin ist, auch nicht ganz trivial. Aber sie sind dermaßen edel und fein im Geschmack, dass sie – verpackt in eine hübsche kleine Schachtel – wirklich ein wertvolles Geschenk abgeben.

Hier steht und fällt natürlich alles mit der Qualität der Schokolade. Mein Kollege – und Schokoladenspezialist – Robert hat mir gleich ein paar Tipps gegeben. Beim Schokoladen-Franz im Münchner Hackenviertel habe ich dann auch gleich zugeschlagen:

Aber jetzt mal der Reihe nach! Hier die Zutaten für die Champagner-Pralinen (reicht für ca. 40 Stück):

60 gr Milch-Schokolade

200 gr dunkle Schokolade

150 gr Butter

80 ml Champagner

40 ml Brandy (ich habe einen sehr milden Rum genommen)

150 gr dunkle Schokolade für die Kuvertüre

50 gr Kakao-Puder zum Bestäuben

Ich habe übrigens in die Schokomasse noch eine Messerspitze Chilipulver sowie eine Prise Salz gegeben.

Die die helle Schokolade und die 200 gr dunkle Schokolade in einer Schüssel im Wasserbad zur Hälfte schmelzen. Währendessen Champagner und Brandy vorsichtig auf rund 80 Grad erwärmen und vorsichtig in die Schokolade einrühren, bis sie ganz geschmolzen ist. Jetzt die Butter in mehreren Etappen zugeben und verrühren.

Alles sollte eine homogene Masse ergeben. Beim ersten Versucht hat sich das Butterfett von der Schokolade abgesetzt. Ich habe es also etwas erkalten lassen und mit einem Schneebessen noch mal stärker verrührt, bis sich keine Schlieren mehr gezeigt haben.

Diese Masse in eine mit Frischhaltefolie ausgelegte Form geben. Die Form sollte möglichst quadratisch und mit geraden Rändern sein. Meine Form war etwas abgeflacht, wodurch die Schokoplatte am Rand flacher war als in der Mitte. Dadurch wurden die Pralinen etwas ungleichmäßig. Das tut dem Geschmack keinen Abbruch, sieht aber natürlich weniger schön aus.

Die Form mit der Schokomasse für mindestens drei Stunden kühl stellen. Dann die Schoki auf ein Brett stürzen, die Frischhaltefolie entfernen und die Platte in möglichst gleichmäßige Stücke schneiden – nicht zu klein!

Jetzt die Kuvertüre in einer Schüssel im Wasserbad erwärmen, bis sie ganz geschmolzen ist. Kakaopulver schon mal in einer Form an die Seite stellen.

Jetzt kommt das wirklich Schwierige: Mit zwei Gabeln jede Praline einzeln in die Kuvertüre tunken, schnell herausholen (sonst schmilzt die Praline!) und sofort im Kakaopulver wälzen und ablegen.

Ich habe den Fehler gemacht, die Pralinen auf einem Rost abzulegen, was die Unterseite nicht schön aussehen lässt. Ich würde sie beim nächsten Versuch einfach auf einen Teller legen, den man ggf. mit etwas Kakaopulver bestäuben kann. Noch gleichmäßiger wird das Ganze wahrscheinlich, wenn man die überzogenen Pralinen auf einem Teller ablegt und mit einem Sieb das Kakaopulver drüber stäubt.

Jetzt die Pralinen noch mal richtig kalt stellen, damit die Kuvertüre hart wird. Vor dem Verzehr solltet Ihr die Pralinen aber rausholen und bei Zimmertemperatur etwas stehen lassen.

Die Pralinen sind durch die dunkle Schokolade, das Kakaopulver und den Alkohol nicht zu süß, sondern leicht herb-säuerlich und damit perfekt nach dem Essen, zum Kaffee oder vielleicht sogar als „Neutralisierungshäppchen“ zwischen den Gängen eines Menüs.

Nach so viel Schokolade brauchte ich dann unbedingt was Handfestes:

Und das Schönste am Kochen mit Champagner ist, dass die Flasche schon mal offen ist und weg muss 🙂

Übrigens bin ich nicht die Einzige, die beim Zubereiten von Süßem Bock auf ein Käsebrot bekommt. Schaut mal bei Anke Gröner und ihrem Post zum Käsekuchen mit Macadaminüssen rein, den sie nach dem Kochbuch von – jetzt ratet mal! – Ottolenghi gebacken hat. Man, sieht der lecker aus! Und in dem Kochbuch gibt‘ noch jede Menge solcher Rezepte. Das wird echt noch mein Liebling!
Blog-Event LXII - Festliche Champagnermenüs (Einsendeschluss 15. November 2010)

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  1. Als Champagnerliebhaberin läuft mir das Wasser im Munde zusammen! Wenn es nur nicht so aufwändig wäre mit diesen Pralinen… Dass anschließend der Schampus weg, sprich getrunken werden muss, ist allerdings ein Argument, das für die eigenhändige Herstellung der Pralinen spricht 🙂
    Was für einen Chamapagner hast du denn für das Rezept genommen?
    Grüße
    Katrin

    1. Hi Katrin, der Aufwand lohnt sich, weil man rund 40 Pralinen rausbekommt und damit schon gleich ein paar nette Geschenkchen für die Vorweihnachtszeit beisammen hat (oder man isst alle selber!). Für den Champagner haben wir auf Bestände zurückgegriffen und den mehrfach als sehr gut getesteten von Aldi Süd genommen. Der ist zum Trinken nicht mein absoluter Favorit (ich mag Pol Roger gerne) aber für die Pralinen war er wirklich gut, weil er nicht zu viel Säure hat (die dunkle Schokolade ist ja schon leicht säuerlich). Wichtiger als der Champagner ist aber, dass man wirklich sehr hochwertige Schokolade nimmt – und die ist preislich ja fast schon auf dem gleichen Niveau 😉

  2. *lach* Das mit dem „was handfestes“ brauchen kommt mir bekannt vor. Ein guter Freund von mir nimmt sich jedes Jahr eine Woche frei, extra um Pralinen herzustellen. (Also professionell, er verkauft die auch). Er erzählte mir mal, dass er nach getaner Arbeit am Abend IMMER ein Leberwurstbrot braucht 🙂

    Ich habs aufgegeben Pralinen selbst zu machen weil sie von Freunden immer mit einem Happs verspeist werden ohne dass die stundenlange Arbeit gewürdigt wird :-/ – Aber wenn ich mir das Rezept hier so angucke….so eine klitzekleine Ladung nur für mich könnte ich schon mal ausprobieren……ICH weiß ja, wie lange ich dafür in der Küche stehen musste 🙂

    1. Meine Ma hatte beim Plätzchenbacken schon immer ein Glas Gewürzkurzen an der Seite stehen 🙂 Scheint eher die Regel als die Ausnahme zu sein… Ich glaube, dass sich die Pralinen einige Zeit halten, wenn man sie kühl und dunkel lagert. So hat man immer was Feines zum Kaffee oder wenn man sich einfach mal was Gutes gönnen will. Viel Spaß!

  3. Das sieht sehr fein aus. Ich mach zu Weihnachten meist Pralinen, warum nicht mit Schampus dieses Jahr 🙂

    1. Eben! Manchmal muss es auch ganz ohne Bescheidenheit gehen 🙂

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