Kochen wie die Küchenteufel

Seit Februar treffen wir uns circa alle zwei Monate mit drei oder mehr anderen Mitstreitern bei Küchenteufel Götz Beller, der in seinem Kochloft am Viktualienmarkt Kochkurse, Firmen-Events, Familienfeiern und eben auch unseren regelmäßigen Stammtisch ausrichtet. Bei „Il Cheffe“, wie er von uns genannt wird, ist man in den besten Profi-Händen: Götz hat sein Handwerk auf vielen internationalen Stationen gelernt: München, Hamburg, Schweiz, Bermuda, Thailand, Australien… Die Erfahrung in vielen verschiedenen Länderküchen aber auch die Neugierde auf Neues merkt man ihm bei jedem Treffen an – und deshalb macht das Kochen bei und mit Götz auch so viel Spaß! (Auch wenn der arme Götz jedesmal nur den Kopf schüttelt, wenn wir kleine Küchenteufelchen zum Anrichten übergehen und völlig unprofessionell uns gegenseitig im Weg stehen :))

Auf Koch- und Essenwünsche der Stammtisch-Crew wird natürlich eingegangen. Zusammen mit saisonalen Produkten und den tollen Ideen vom Chef geht es dann an 3-4 Gänge. Die Teilnehmer entscheiden sich, welchen Gang sie machen wollen. Natürlich wird aber überall ausgeholfen, geguckt, abgeschmeckt und Senf zugegeben (bildlich gesprochen!). Götz wuselt dabei von Station zu Station, gibt Tipps, unterstützt tatkräftig, atmet manchmal tief ein und zählt dann innerlich sicher bis mindestens 100 :).

Diesmal auf dem Programm:

Roh-marinierte Jakobsmuscheln auf Mais-Salat und gegrillten Süßkartoffelscheiben – eine südamerikanische Spezialität, die uns allen unglaublich gut geschmeckt hat.

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Grünes Thai-Curry mit Red Snapper, Pak Choy und Kaiserschoten: Der Red Snapper wurde vorher in einer Marinade aus Madras-Currypulver, Kokosmilch, Galgant, Zwiebeln, Zitronengras uvm. eingelegt. Die grüne Currypaste wurde natürlich selbst hergestellt (mit viel Koriander samt Wurzel, Kreuzkümmel, Koriandersamen, Pfefferkörnern, Chilischoten, Knoblauch, Galgant etc.)

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Indisches Lammcurry mit Gurken-Raita und Naan. An das Lamm kam ganz viel von meiner Ceylon Currymischung und eine Sauce aus pürierten Tomaten, Zwiebeln, Sellerie, Ingwer und Knoblauch.

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Und obwohl ich ein absoluter Depp bin, wenn es um Teig geht (ich KANN einfach nicht backen!), habe ich mich mit Sabines Unterstützung an Naan herangewagt. Geht eigentlich ganz einfach und schmeckt natürlich viel besser als fertig gekauftes:

1/2 Würfel Hefe

140 ml lauwarmes Wasser

200 gr. Mehl

1 EL Joghurt (natur)

1 TL Salz

1 EL Ghee

Schwarze Sesamsamen (oder alternativ Kümmel oder Kreuzkümmel)

Hefe in dem Wasser auflösen und 10 Minuten stehen lassen. In der Zwischenzeit 200 gr Mehl in eine Rührschüssel geben, kleine Mulde in der Mitte eindrücken und dort Ghee, Salz und Joghurt zugeben. Jetzt das Hefe-Wasser langsam zugießen und alles schön miteinander vermengen. Wenn es ein Teigklumpen geworden ist, diesen auf einer bemehlten Arbeitsfläche schön durchschneten und anschließend in einer zugedeckten Schüssel im 50 Grad warmen Backofen für mindestens eine Stunde gehen lassen. Danach den Teig noch mal ordentlich auf der bemehlten Arbeitsfläche durchkneten. In kleine Portionen teilen, zu Kugeln formen und daraus mit den Handballen kleine circa Handflächen-große Fladen formen. Alle Fladen auf ein Backblech legen, mit Ghee bepinseln und die Samenkörner drüberstreuen. Nochmal 30 min ruhen lassen, bevor es bei rund 200 Grad in den vorgeheizten Ofen geht – wenn möglich, den Grill einschalten und die Fladen gut im Auge behalten. Sobald sie braun werden, 1 x wenden und schon sind sie fertig. Dauert bei so kleinen Fladen etwa fünf Minuten.

Kennt Ihr die Szene aus „Castaway“ in der Tom Hanks als Schiffbrüchiger zum ersten Mal Feuer macht und am Strand rumrennt und brüllt „ICH HABE FEUER GEMACHT!!“. So ging’s mir gestern mit meinem Teig. Zum ersten Mal ist aus einem Teigversuch kein hässlicher Klumpen geworden, der maximal als Fensterkitt oder Wurfgeschoss dient: „Ich habe TEIG gemacht!“ 🙂

Hier noch ein paar Impressionen unserer jüngsten Kochsession. Weitere Bilder aus dem Kochloft und Götz‘ Kochkursen gibt’s aber auch auf dem Facebook-Profil vom Küchenteufel.

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Der Stammtisch macht vor allem so tierisch Spaß,

…weil wir viel lernen, ohne bierernst dabei zu sein

…weil wir uns gut verstehen und jeder seine Stärken hat

…weil Götz ein toller Koch, Gastgeber und Freund ist

…weil irgendeiner von uns sich immer an irgendein neue Lebensmittel (Rote Bete!!), Gewürz oder Schärfegrad heranwagt und völlig neue Genüsse entdeckt

…weil es einfach ganz toll ist, mal einen Samstag lang nur zu kochen und zu essen!

Und das alles in einer sehr chicen, zentralen, gemütlichen und trotzdem stylishen Umgebung direkt am Viktualienmarkt mit einem Profikoch an seiner Seite und den nettesten Mitstreitern. Was will man mehr?

Das brandneue Herbstprogramm vom Küchenteufel Kochloft findet Ihr übrigens hier: http://www.küchenteufel.net/kochkurse Probiert’s doch mal aus!

PS: Wenn Ihr für die o.g. Gerichte die Rezepte wollt, gebt mir kurz Bescheid. Die alle hier zu posten hätte den Umfang etwas gesprengt.

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  1. In der Tat, Julia, eine tolle Runde. Herzlichen Dank an alle auch von meiner Seite an dieser Stelle.
    Es grüßt Euer schon wieder vorfreudiger
    Markus

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