Kleiner Guglhupf mit Walnüssen: Eine nicht zu süße Sonntagsleckerei

Ich koche immer noch lieber, als dass ich backe. Aber langsam freunden Teige aller Art und ich mich an. Oder wir nähern uns zumindest, beschnuppern uns skeptisch und warten erstmal ab, wie das Ganze sich so entwickelt. Teig und ich – das ist also weniger Liebe auf den ersten Blick, sondern mehr so eine „ich stell‘ Dich dem mal vor, der ist echt nett, Ihr würdet gut zusammenpassen“-Situation. So rein optisch ist das jedenfalls schon mal eine gute Partie, oder?

Dass ich ja generell dem Teig gar nicht abgeneigt bin und zumindest mal höfliches Interesse zeige, lässt sich daran ablesen, dass ich mir tatsächlich letzte Woche zwei Back-Sets gekauft habe: eines mit einer kleinen Guglhupf-Form und entsprechendem Backbuch „Kleiner Guglhupf“ (wahnsinnig origineller Titel), und eines mit sechs kleinen Silikon-Kasten-Förmchen im Mini-Format und dem Buch „Mini-Cakes“ (auf der nach oben offenen Originalitätsskala: Note 2). Ich fand diese Anwandlung selbst ein bisschen unheimlich, und der Blick des bEdW sprach Bände.

Aber, hey, soll mal einer behaupten, ich würde mich der Herausforderung nicht stellen! Jedenfalls mag ich die Idee, kleine Kuchen zu backen. Wir sind beide nicht soooo stark mit süßem Zahn ausgestattet und haben nach 1-2 Stücken meist genug. Kleine Kuchen, die sich einige Tage halten, sind also perfekt für uns. Und weil ich noch jede Menge Walnüsse aus dem elterlichen Garten übrig hatte, gab es bei uns einen „Hessischen Walnussguglhupf“, der tatsächlich im Backbuch so heißt. Wenn das kein Omen war für meinen ersten Guglhupf!

Aber außer, dass meine Walnüsse zufällig aus Hessen stammen, ist mir nicht ganz klar, was an dem Guglhupf hessisch sein soll. Erklärt wird das im Buch auch nicht weiter. Wie überhaupt die Rezepte zwar mit hübschen Fotos präsentiert aber mit äußerst knappen Worten beschrieben werden. Der rosarote Hintergrund und die pinke Schrift sind mir eindeutig zu viel. Als wäre backen nur was für kleine Mädchen oder total versüßlichte Muttis, die mit ihren kleinen Töchtern lächelnd die Schüssel auslecken. *augenroll* Die Rezepte und Tipps sind aber gut nachvollzieh- und nachbackbar. Wenn ich auch sicherlich nicht anfangen werde, meine Kuchen mit selbstgemachten Marzipan-Rosen zu verzieren. So weit kommt’s noch!

Ich habe im Rezept die Hälfte der Zuckermenge durch braunen Zucker ersetzt. Dadurch wurde der Kuche karamelliger und irgendwie „erwachsener“. Das hat mir gut gefallen. Ansonsten ließ ich das Rezept – auch wegen meiner Backunerfahrenheit – wie es war, was bestens funktioniert hat:

Zutaten:

125 gr weiche Butter

100 gr Zucker (ich hatte weiß/braun je zur Hälfte)

1 Päckchen Vanillezucker

2 Eier

1 EL Milch

125 gr Mehl

1 EL Speisestärke

1 TL Backpulver

100 gr Walnüsse (unsere waren fein gehackt. Wer keine eigenen hat, sondern ein Päckchen kauft, kann geriebene nehmen. Allerdings mochte ich den „Crunch“ der etwas größeren Stücke)

Außerdem: Butter und Semmelbrösel für die Kuchenform (meine Miniguglhupf-Form ist super beschichtet, so dass das Einfetten nicht nötig ist)

So geht’s:

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Walnüsse in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze anrösten und anschließend abkühlen lassen. Butter, Zucker und Vanillezucker schaumig rühren, Eier und Milch unterrühren. Mehl sieben und mit Speisestärke sowie dem Backpulver mit der Butter-Ei-Zuckermischung verrühren. Die Walnüsse ebenfalls unterrühren. Die Backform – falls nötig – einfetten. Teig einfüllen und schön glattstreichen, damit keine Luftblasen entstehen und die Guglhupf-Form schön herauskommt.

Kuchen auf die mittlere Schiene schieben und rund 40 Minuten backen – ich habe allerdings nach 30 Minuten mal mit einem Holzstäbchen getestet, ob der Kuchen schon gut ist und die Zeit auf insgesamt 35 Minuten reduziert. Zudem habe ich den Kuchen in den letzten Minuten mit einer Alufolie abgedeckt, weil er doch schon arg dunkel wurde. Wenn der Kuchen gut ist, herausnehmen und einige Minuten in der Form ruhen lassen. Danach aus der Form gleiten und abkühlen lassen. Zum Schluss mit etwas Puderzucker bestäuben.

Sicher nicht der letzte Kuchen, den ich aus diesem Kochbuch backen werde…

Und weil ich ganz begeistert darüber bin, dass es bei uns tatsächlich einen richtigen Sonntagskuchen gab, ist dies mein Beitrag zur Initiative Sonntagssüß, an der ich alter Käsebrot-statt-Kuchen-Esser ja sonst eher nicht teilnehmen kann 🙂 Diese Woche sammelt Julie von mat & mi.

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  1. na dann freue ich mich, dass du heute mal den rührbesen statt des kochlöffels schwingst 🙂

  2. Doch ich hab das Gefühl Teige und du können Freunde werden! 😉

  3. Ich würde mal (frei nach Nina Ruge) sagen „alles wird gut!“, oder (von wem war das noch gleich?) „das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“. Nächstes Jahr um diese Zeit rührst Du wahrscheinlich locker-flockig eine 4-stöckige Sahnetorte zusammen, ohne mit der Wimper zu zucken! 😉

  4. @Katharina Das Witzigste ist, dass meine erste Teigerfahrung ein Ziegenkäsesoufflee war, das dermaßen perfekt gelungen ist, dass ich seitdem mich nie mehr an sowas rangetraut habe. Aber langsam macht Backen echt Spaß 🙂

    @Zorra Ja, so gaaaaanz langsam, können wir uns erwärmen füreinander, der Teig und ich.

    @Julie Und es gab gleich noch ein herzhaftes Mimolette-Kümmel-Küchlein obendruff! Das verblogge ich morgen. Aber leider nicht „sonntagssüß“

  5. schau mal hier, er wurde gepinnt, steht allerdings plötzlich ein wenig kopf: http://pinterest.com/pin/28217935135142899/

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