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26.7.2010 von Julia.
Bevor ich überhaupt je an’s Bloggen gedacht habe und noch bevor ich mein Profil bei Facebook eingestellt hatte, war ich schon ein großer Fan von Twitter. Im April 2007 hatte ich zum ersten Mal etwas über den Microblogging-Dienst in ”Die Zeit” gelesen und war gleich Feuer und Flamme. Die Idee, kurze Nachrichten mit der ganzen Welt austauschen zu können, fasziniert mich bis heute.
Mittlerweile hat sich mein Twitter-Account zu großen Teilen - wenn auch nicht ausschließlich - zu einem Netzwerk aus Weinfreunden, -kennern, -experten, -händlern und -herstellern entwickelt. Ich bin immer wieder begeistert, wie schnell man Feedback zu Weinempfehlungen, Fragen, Tipps und Bezugsquellen bekommt. Es macht einfach Spaß, sich mit einem chilenischen Weinfreund über die Weine meines Favoriten-Weinguts Montes auszutauschen, Italienreisenden Tipps für hervorragende Weine vom Erzeuger zu twittern oder sich mit Amerikanern über die Unterschiede zwischen Kalifornischen und Europäischen Chardonnays zu unterhalten…
Neben dem Spaß und den vielen Informationen hatte Twitter neulich aber gleich noch einen praktischen Nutzen: Nachdem ich einige Tweets zur aktuellen Twitter-Weinverkostung (sucht mal nach dem Schlagwort #twv) gelesen hatte, war mir aufgefallen, dass die Weine diesmal vom Weingut Manderschied kamen. Ausgerechnet jenem Weingut, dessen 2008er Pinot Blanc bei unserem letzten Wine O’Clock der absolute Favorit gewesen war. Dummerweise war unsere Einkaufsquelle aber versiegt, sodass unsere Gäste diesen super spritzigen, frischen und wunderbar sommerlichen Wein nicht nachkaufen konnten.
Was lag also näher, als @manderschied gleich mal über Twitter anzuhauen, ob sie nicht noch ein paar Kisten für uns und unsere Gäste im Keller hätten? Nach kurzem Hin und Her und wirklich schnellem Feedback waren die Kisten zu einem super fairen Preis geordert und wurden innerhalb weniger Tage geliefert. Das gab natürlich gleich mal eine Empfehlung am Follow-Friday und heute noch den Blog-Eintrag dazu. Soviel Kundenservice und schnelle, unkomplizierte Bearbeitung muss einfach belohnt werden.
Schaut doch mal auf meinem Twitter-Account vorbei. Vielleicht findet Ihr ja noch den ein oder anderen, dem es zu folgen lohnt (einfach unter “following” gucken - Listen lege ich aus purer Faulheit keine an. Man muss sich ja nicht zu Tode verwalten). Wem folgt Ihr denn so auf Twitter? “Nur” Freunden und Bekannten, oder zieht sich da ein roter Faden durch die Accounts, denen Ihr folgt?
Geschrieben in Wein | 3 Kommentare »
22.7.2010 von Julia.
Oh wie schön! Das German Abendbrot und unsere Wine O’Clocks haben meine Kollegin Ortrud zum Endlich-wieder-Bloggen inspiriert. Schaut unbedingt bei ihr vorbei - sie macht phantastische Fotos! (Mehr davon schon bald auch an dieser Stelle)
Geschrieben in Wein | Keine Kommentare »
19.7.2010 von Julia.
Unsere letzte private Weinprobe stand unter dem Motto “Summer Edition” - gemeint waren damit nicht nur leichte, gut gekühlt trinkbare Weine, sondern auch die dazu gereichten Snacks. Die sollten sich auch für Picknicks, spontante Sommerparties oder eben den Besuch im Biergarten eignen.
Eines der Highlights waren die Lachs-Crepinette. Ein Gericht, das man gut am Vortag zubereiten kann und das auch was für’s Auge bietet, hier rechts im Bild:
Zutaten:
80 gr Mehl
70 ml Milch
2 Eier
Salz
1/2 Bund Schnittlauch
3 EL Butter und etwas Butter für die Pfanne
150 gr Frischkäse (natur o. je nach Geschmack)
50 gr Creme Fraiche
2 EL Meerrettich (frisch oder aus dem Glas)
250 gr Räucherlachs
Und so geht’s:
Für die Crepes Mehl, Milch und Eier mit etwas Salz sowie klein geschnittenem Schnittlauch verrühren. Butter in einer kleinen Pfanne schmelzen und dann in den Teig rühren. Aus dem Teig dann 2 Crepes backen, zur Seite stellen.
Für die Füllung Creme fraiche und Frischkäse mit Salz, Pfeffer und Meerrettich verrühren. Die 2 Crepes etwas überlappend auf eine Klarsichtfolie legen. Eine Hälfte mit Lachs belegen, eine mit der Käsecreme bestreichen.
Jetzt mit Hilfe der Frischhaltefolie eng zusammenrollen und dabei leicht andrücken. Die Enden der Folie wie ein Bonbon zudrehen und alles für mind. 30 min kühl stellen.
Vor dem Servieren aufrollen, in mundgerechte Scheiben schneiden und ggf. mit Zahnstochern oder Spießchen fixieren.
Wenn man’s mit dem Meerrettich nicht übertrieben hat, passt dazu ein kräftiger Weißwein oder ein Rosé aus Syrah-Traube. Geht aber auch prima zum Bier.
Geschrieben in Biergarten, Wein, Essen | 2 Kommentare »
19.7.2010 von Julia.
Nachdem meine Kollegin und echtes Münchner Kindl Andrea am Wochenende ihre erste Frankfurter Grie Soß gegessen und anscheinend Gefallen daran gefunden hat, war das gleich die Inspiration für den heutigen Blog-Beitrag. Als Frankforter Määdsche ist das Gericht ja quasi in meiner DNS verankert. Natürlich gibt es jede Menge Streitereien über die richtigen Kräuter, Mayonnaise oder keine, Ei oder nicht… Wenn man aber mal alle Ideologie beiseite lässt, bleibt ein wunderbar leichtes, frisches Gericht, das sich neben den Klassikern Bratkartoffeln, halbe Eier oder Tafelspitz auch super eignet zu Baked Potatoes, Grillfleisch oder Spargel (nächste Saison dann wieder). Es schmeckt einfach nach Frühling (die Saison beginnt spätestens an Ostern) und kann bis in den Herbst hinein gegessen werden.
Natürlich hat jede Familie ihr eigenes Rezept und NATÜRLICH ist das meiner Familie das einzig wahre ;-) Aber im Ernst: Damit konnte ich schon Rheinländer, Mac-Poms, Sachsen und Bayern überzeugen. Also ganz so verkehrt ist sie dann wohl nicht.
Zutaten für 2 Personen (nach Oma Marga, verfeinert durch Mama Gerlinde, gehegt und gepflegt und für gut befunden von Julia):
2 hartgekochte Eier (bei mehr Personen: Immer 1 Ei weniger als Leute)
Je ein Bund Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Pimpinelle
Einige Blätter Sauerampfer, Borretsch
1 Becher Joghurt (lieber etwas mehr kaufen u. je nach Konsistenz zugeben)
1 Becher Saure Sahne
stinknormaler Essig, einfaches Pflanzenöl, 1 EL mittelscharfer Senf, Salz, Pfeffer
Bei der Zubereitung tut man sich am Leichtesten mit einem Pürierstab. Puristen hacken die Kräuter, aber das muss nicht sein. Also: Kräuter von den Stängeln zupfen, grob zerkleinern. Zusammen mit den Eiern, Senf und Gewürzen pürieren. Die Masse mit Saure Sahne und Joghurt vermengen, bis die gewünschte Konsistenz entsteht. Die Grie Soß sollte breiig sein, keinesfalls flüssig oder fest - und ein schönes Grün haben. Mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Dann nochmal abschmecken, ggf. nachwürzen. Fertig.
Die Kräuter stellen einen außerhalb Frankfurts manchmal vor eine Herausforderung. Aber selbst dort gibt es die fertigen Packungen. Davon unbedingt die Finger lassen, weil meist krause Petersilie in Massen drin ist und von den anderen Kräutern nur Spuren. Ich pflanze sie mittlerweile in Balkonkästen an, wobei die Kräuter sich leider nicht so schnell erholen wie wir Grie Soß essen
Auf gut sortierten Märkten bekommt man die Kräuter in der Regel aber auch. Oder man bestellt sie beim Gemüsehändler vor.
Dazu passen klassischerweise eben Tafelspitz und Salzkartoffeln, Bratkartoffeln mit 2 halben Eiern oder Schnitzel. Wir essen sie aber auch als Dip zu Rohkost, Grill- oder Ofenkartoffeln, Grillfleisch usw.
Ich hatte ja versprochen, nicht ideologisch zu werden. Aber Dill gehört wirklich niemals und unter keinen Umständen in die Grie S0ß! Sonst zieht Euch meine Oma die Ohren lang…
Und wer sie nicht selber machen mag: Die beste gibt’s im “Rad” in Seckbach (dörflicher Frankfurter Stadteil) und beim “Wagner” in Sachsenhausen.
PS: Fast hätte ich die Getränke vergessen! Natürlich ist Äppelwoi der Klassiker - kann aber bei ungeübten oder nicht-hessischen Gastessern schon mal zu Turbulenzen führen mit all den frischen Kräutern. Deshalb empfehlen sich auch ein Sauvignon Blanc oder ein Grüner Veltliner.
Geschrieben in Frankfurt, Wein, Essen | 2 Kommentare »
18.7.2010 von Julia.
Ok, das ist ‘ne alte Schreiber-Regel, die leider viel zu selten beachtet wird. Aber sie gilt auch durchaus für’s Essen. Der Hintergedanke beim German Abendbrot besteht in der Einfachheit: frisches Sauerteigbrot, leicht gesalzene Butter, guter Käse, sonnengereifte Tomaten… Da so ein Abendrot aber durchaus auch mal über den Tellerrand (oder die Alpen) gucken darf, können die Zutaten auch erweitert werden.
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Insalata Calabrese ist nun wirklich keine Innovation. Aber echter Büffelmozarella, der schmeckt, als ob man ein Glas kalte Milch trinkt, selbst gezogene und in der Sonne gereifte Tomaten, frisch gepflücktes Basilikum (duftet schon beim Abzupfen), sehr gutes Olivenöl (wir haben welches aus der Toskana mitgebracht) und dazu ein Glas gekühlter Rosé: Das ist die mediterrane und sommerliche Variante vom German Abendbrot ;-).
Geschrieben in Wein, Essen, German Abendbrot | Keine Kommentare »
18.7.2010 von Julia.
Nachdem ich bisher Rezepte, Weinempfehlungen, Laufstrecken uvm. bisher nur meinen Facebook-Freunden und Twitter-Followern zugänglich gemacht habe, wurde ich immer mal wieder gebeten, einen Gast-Beitrag zu schreiben. (Schaut doch mal vorbei, was ich über indische Küche oder unsere privaten Weinproben geschrieben habe.) Das hat richtig Spaß gemacht! Und die vielen positiven Kommentare haben mich jetzt dazu veranlasst, selber zu starten.
Dabei möchte ich mich vor allem bei all denanregenden Food-Bloggern bedanken (einige davon findet Ihr in der Blogroll, die ich kontinuierlich ergänzen werde) und etwas von der Inspiration, der Leidenschaft für Essen & Trinken sowie dem regen Austausch zurückgeben.
Warum das ganze Ding “German Abendbrot” heißt? Deutsche Küche ist nicht gerade berühmt für Rafinesse, Vielfalt oder Leichtigkeit. Aber was man mit deutschem Essen in Verbindung bringt, ist das, was ich irgendwo mal als “The real German Abendbrot” gelesen habe. Ihr kennt das noch: Abends um 18 Uhr sitzt die Familie am Tisch mit Graubrot, Aufschnitt, Käse, Tomaten, Essiggurken und Malzbier (für die Kleinen) und erzählt sich vom Tag. Wenn mir nach all den exotischen Delikatessen, die es in einer Großstadt an jeder Ecke gibt, oder nach längeren Reisen mal wieder nach “Heimat” ist, gibt es bei uns zu Hause “The real German Abendbrot”. Aber da Stullen alleine auch nicht glücklich machen, werde ich in diesem Blog den Begriff etwas weiter fassen und posten, was ich gerne koche, ausprobiert habe, gerade trinke, entdecken konnte oder bei anderen Foodbloggern abgeschaut habe. Und damit das alles nicht so ansetzt, wird auch ab und zu gelaufen. Ich freue mich auf Eure Kommentare, Anregungen, Kritik und Verlinkungen.
Geschrieben in Wein, Indisch, Essen, German Abendbrot | 5 Kommentare »