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11.8.2010 von Julia.
Oh! My! God! I’m still so very excited about this: Lisa Orgler from the Lunch Box Project blog painted my ‘Oriental Bell Pepper and Walnut Spread’ recipe and published it today. I love her paintings since I first spotted them about a year ago. From time to time she tells her readers, Twitter followers and Facebook fans a certain motto for the month and asks for ideas on what to paint.
This month Lisa was asking for her readers’ recipes and guess what: She painted my Oriental Spread I posted some weeks ago.
This is soooo great as I love her adorable little paintings and as I’m so brand new in this whole blogging thing.
Don’t forget to post a comment here (or at Lisa’s blog) about how you like the painting. I like it a lot and I’m going to order a re-print soon.
PS: I guess you know why I posted this in English
I’m still so uberexcited about the painting of my recipe…
Geschrieben in Orientalisch, Essen, German Abendbrot | 2 Kommentare »
10.8.2010 von Julia.
Nach dem Wochenende ist bei uns meist ein Sammelsurium an Lebensmitteln übrig, die einzeln kein Gericht ergeben aber trotzdem zu schade sind zum Wegwerfen: Ein Kräutersträußchen, das schon arg gerupft aussieht, aber noch Blätter hat, gekochte Kartoffeln, die übrig geblieben sind, Reste vom Frühstücksaufschnitt, Gemüse, das schon nicht mehr so schön aussieht aber noch einwandfrei ist… Wegwerfen ärgert mich jedesmal maßlos. Umso mehr freue ich mich über leckere Resteverwertung. (Und noch mehr darüber, wenn man nach einem heftigen Tag nach Hause kommt und der beste Ehemann der Welt schon mal mit dem Kochen loslegt, nachdem er ein Gläschen Rosé eingeschenkt hat :-))
Zum Beispiel: Omelette und Salat. Und ein Glas Rosé.
Unsere “Reste” waren:
2-3 kleine Kartoffeln (gekocht)
Zwiebel
Schinkenwürfel
rote Paprika
Schnittlauch, Petersilie, Basilikum
5 Eier
Frühlingszwiebeln
Pflücksalat
Tomaten
Den Salat waschen, Tomaten vierteln. Alles in eine Schüssel geben und Dressing schon mal vorbereiten. Ich nehme häufig weißen Balsamico, Olivenöl, Salz, Pfeffer und einen Löffel Senf. (Kann natürlich abgewandelt werden: Zitronensaft statt Balsamico macht’s griechisch, Kräuter geben Pepp, ein Löffel Joghurt für ein etwas geschmeidigeres Dressing…)
Für das Omelette: Zwiebeln, Kräuter, Schinken, Kartoffeln, rote Paprika in kleine Würfel hacken. Zwiebeln in einer beschichteten Pfanne anschwitzen, Kartoffeln zugeben, danach die Paprika. Zwischenzeitlich Eier verquirlen und mit Kräutern, Salz, Pfeffer würzen. Die Ei-Masse dann über das angeschwitzte Gemüse geben und bei mittlerer Hitze stocken lassen. Wenn die Masse auf dem Boden fest ist, vorsichtig am Rand lösen und einen großen Teller auf die Pfanne legen. Dann das Omelette auf den Teller stülpen und das Omelette umgekehrt wieder in die Pfanne geben (Unterseite ist jetzt oben).
Das Omelette ist fertig, wenn das Ei komplett gestockt ist und der Bräunungsgrad so ist, wie man es am liebsten mag. (Das Stocken funktioniert auch im Backofen - ich finde aber das Vorheizen zu umständlich).
Das Schöne ist natürlich, dass in einem Omelette auch jede Menge anderer “Reste” passen wie etwa Erbsen, Broccoli, Salami, geriebener Käse uvm. Erlaubt ist, was im Kühlschrank liegt und zum Wegwerfen noch zu schade ist.

Zu Omelette und Salat passt ein Glas gut gekühlten Rosés. Mein Sommer-Favorit ist 2009 Paul Mas Syrah Rosé von Jacques’ Weindepot. Durch die kräftige Syrah-Traube ist er für Pfannen- oder Grillgerichte ein leckerer Begleiter.
Geschrieben in Wein, Essen, German Abendbrot | 2 Kommentare »
8.8.2010 von Julia.

Der letzte Post hier im Blog handelte von toskanischem Soulfood. Manchmal streicheln aber auch ganz andere Dinge die Seele: Zum Beispiel Rezepte aus der Heimat, die man automatisch mit Kindheit verbindet (wie im Post zur Grie Soß). Für Kartoffelsalat gibt es wahrscheinlich ebensoviele Rezepte wie es Hausfrauen gibt. Aber natürlich gilt auch hier wieder, dass der einzig Wahre von meiner Oma stammt und über meine Mutter an mich weitergegeben wurde. Dazu einige Frankfurter (keine Wiener!!) Würstchen, ein Glas Äppelwoi (Danke an meinen Chef für die mitgebrachte Flasche!) ausm Bembel und schon fühl’ ich mich wie daheim.
Zutaten für den Kartoffelsalat:
Für 3 Personen rechnet man mit ca. 1 kg festkochende Kartoffeln (Bamberger Hörnchen, Galatiner/Sieglinde, Leila, oder - wie in unserem Fall - eine rosaschalige, französische Sorte)
Etwas gewürfelter Schinkenspeck (wer’s vegetarisch mag: Etwas Pflanzenöl für’s “Glitschige” bereithalten)
1 große Zwiebel
1 Tasse Gemüse- oder Rinderbrühe
Salz, Pfeffer
7 EL Essig (stinknormalen - kein Wein- oder Kräuteressig!)
1 EL mittelscharfen Senf (das ist meine Variante u. meine Ma schlägt sicher gleich “die Hän’ überm Kopp zusamme”)
Schnittlauch und Petersilie
Bei den wenigen Zutaten versteht sich von selbst, dass von der Qualität der Kartoffel einiges abhängt. Also unbedingt eine aromatische Sorte verwenden. Festkochend ist wichtig, ansonsten geht, was gefällt.
Und so wird’s gemacht:
Kartoffeln (mit Schale) im Idealfall schon am Vortag kochen, schälen und mit einem Tuch zugedeckt an einem kühlen Ort (nicht im Kühlschrank!) aufbewahren. Wer soviel Zeit nicht hat, kann die Kartoffeln morgens kochen, um sie abends zu verarbeiten. Wenn sie zu frisch sind, zerfallen die Scheiben zu schnell. Wem das nichts ausmacht, der kann auch - wenn es schnell gehen muss - die Kartoffeln kochen, abkühlen lassen und gleich weiter verweden. Perfekt und “original” ist aber mit das Kochen am Vortag
1 Tasse Gemüse-/Rinderbrühe ansetzen und den Senf darin auflösen, Zwiebeln fein, fein, fein hacken. Schinkenspeck sehr fein würfeln. Schnittlauch und Petersilie ebenfalls sehr fein hacken. Schinkenspeck in einer Pfanne zusammen mit den Zwiebeln anbräunen aber nicht knusprig werden lassen - zur Seite stellen.
Jetzt die geschälten, abgekühlten Kartoffeln in möglichst dünne Scheiben schneiden (hier freut sich, wer die Kartoffeln über Nacht hat stocken lassen :)). Das geht am besten in einer großen Schüssel und Lage für Lage. Also erstmal soviel schneiden, dass der Boden bedeckt ist. Dann mit Salz, Pfeffer, Essig und einem Schluck Brühe würzen. Dann wieder eine Lage Kartoffeln in Scheiben schneiden, würzen. Kartoffeln, würzen usw. bis alles aufgebraucht ist.
Zuletzt den Schinkenspeck (oder 2-3 EL Pflanzenöl) und die Zweibeln drüber geben. Jetzt muss das ganze gemischt werden! Damit die dünnen Scheiben nicht zerbrechen, lässt man den Kartoffelsalat am besten von einer Schüssel in eine andere gleiten - und zurück. Macht etwas mehr Arbeit und dreckiges Geschirr, hat sich aber seit mindestens 3 Generationen bewährt.
Zum Schluss Schnittlauch und Petersilie drüber geben, damit das Ganze auch für’s Auge schön aussieht und ein bisschen mehr Frische bekommt.
Der Kartoffelsalat sollte unbedingt etwas ziehen, bis zum Schluss die ganze Brühe aufgesogen ist. Wer dafür die Zeit nicht hat, gießt die überschüssige Brühe ab oder verwendet von Anfang an etwas weniger.
In einer moderneren Variante kann man natürlich auch Rucola unter den Salat heben oder mit Olivenöl hantieren. Das schmeckt dann aber nicht mehr nach hessischer Kindheit und passt auch nicht mehr ganz so gut zum Äppelwoi.
Guten Appetit! Und lasst mal hören, was Eure Kindheitsrezepte sind. Ich freue mich über Eure Ideen.
PS: Pünktlich zum Bundesligastart nächste Woche wird das Heimatgefühl ordentlich auf die Spitze getrieben. Vielen Dank an meinen Papa Peter für “Stöffche aus de Dos’” (Äppelwoi mit Wasser gespritzt aus’m Eintracht-Fan-Shop) und ‘nem Eintracht-Schal!
Geschrieben in Frankfurt, Biergarten, Essen | 2 Kommentare »
6.8.2010 von Julia.
Als ich meine erste eigene Wohnung hatte - in Schwabing *seuftz* - war Philipp mein Mitbewohner, der ganz schnell zum Freund des Hauses wurde. Auch nach nach mehreren Jahren in Sendling haben wir uns zum Glück nicht aus den Augen verloren. Die Abende mit ihm sind immer kurzweilig, spannend, witzig und viel zu schnell vorbei. Obwohl eher Richtung Frankreich als - wie wir - nach Italien orientiert, hatte er keine Einwände gegen Steinpilz-Risotto und selbst importierte toskanische Weine.
Das Risotto hat der beste Ehemann der Welt gemacht, der in Sachen Risotto ein Naturtalent ist. Hier die Zutaten (sehr “frei Schnauze” und in den Mengenangaben durchaus variierbar).
Handvoll getrocknete Steinpilze (in heißem Wasser eingeweicht)
Schale frische Pilze (braune Champignons) kleingeschnitten
Knoblauch
2 große Schalotten
2 Handvoll Parmesan gerieben
ca. 250 gr Risotto-Reis
Gemüsebrühe
trockener Weißwein (wir hatten zuuuuuufällig den Touraine von Jacques’ offen :))
Salz, Pfeffer, Petersilie, Schnittlauch
Und so geht’s:
Zwiebeln und Knobi in Öl anschwitzen. Kompletten Reis zugeben. Unter ständigem Rühren anbraten, bis der Reis heiß wird (”glasig” steht immer in Kochbüchern und ist laut dem besten Ehemann der Welt totaler Schwachsinn: “Reis wird nicht glasig!”). Mit ordentlichem Schluck Weißwein aufgießen. Reduzieren lassen auf heißer Flamme. Mit dem aufgefangenem Wasser der eingeweichten Pilze (gibt super Aroma!) ergänzen, ständig weiter rühren, Brühe zugießen. Ständig rühren und reduzieren. Die eingeweichten Steinpilze hacken und zugeben. Rühren, rühren. Parmesan und frische Pilze hinzugeben. Rühren, rühren. Salzen und pfeffern und rühren, bis das Risotto die Konsistenz hat, die man mag. Wenn es zu fest wird, noch etwas Wein oder Brühe zugießen oder weiter reduzieren lassen, falls es zu flüssig ist. Im Zweifelsfall: rühren!
Auf dem Teller mit Kräutern garnieren und heiß servieren. Übriges Risotto im vorgeheizten Ofen warm stellen, damit es nicht zu schnell kalt und fest wird.
Wir haben für einen speziellen Abend mit einem lieben Freund noch Jakobsmuscheln in einer Pfanne in Öl angebraten (bei relativ starker Hitze sehr kurz). Und auf das Risotto gesetzt. Yummy!.
Zu den selbst importierten Steinpilzen aus der Toskana passen natürlich auch die entsprechenden Weine. Das Weingut Poderi del Paradiso kennt Ihr schon vom Post über den fantastischen Wein Mangiafoco. Heute haben wir vom gleichen Produzenten den Paterno II geöffnet, der - wie schon beschrieben - vom Feinschmecker ausgezeichnet wurde und mit 13,50 ein unglaublich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hat. Das meinte sogar unser frankophiler Freund Philipp. Die Sangiovese-Traube ist und bleibt mein Favourite. Zur Auswahl hatten wir dann noch einen einfachen Chianti Colli Senesi von der Fattoria San Donato nahe San Gimignano. Bei Umberto und Federica haben wir schon öfter wunderschöne Urlaube verbracht. Den Wein (übrigens auch ein Wahnsinns-Rosato!) nehmen wir gerne mal in größeren Mengen mit, wobei wir im Kofferraum “Weinkisten-Tetris” spielen müssen
Gute Freunde, einfache Gerichte mit besten Zutaten, nette Gespräche und guter Wein - was braucht man mehr? Was ist Euer Rezept für einen Abend, der den Namen “Soulfood” verdient? Kann ein Gericht einen Kurzurlaub im Kopf starten und sind gute Freunde nicht sowieso das beste Rezept für einen schönen Abend? Was meint Ihr?
Geschrieben in Toskana, Wein, Essen | 1 Kommentar »
3.8.2010 von Julia.
Es gibt Weinregionen, die einfach ein Schattendasein führen. Oder vielleicht einfach nicht das Gleiche in Marketing stecken können wie Bordeaux, Napa Valley oder Stellenbosch. So ging es in der Vergangenheit etwa auch Griechenland, was sich langsam zu ändern scheint. Zumindest ist das Santorin- und Kreta-Special im aktuellen Feinschmecker vielleicht ein Hinweis darauf. Immer noch unter “ferner liefen” werden allerdings die Weine aus Ungarn geführt. Umso besser, wenn man liebe Freunde hat, die unseren Horizont dadurch erweitern, dass sie die aus dem Urlaub mitgebrachten Flaschen aus dem Urlaub mitbringen, sondern sie auch noch mit uns teilen
Am Wochenende stand bei Barbara und Thomas die Verkostung von einem Rosé, einem Grauburgunder, einem roten Cuvee sowie einem reintraubigen Cabernet Sauvignon - allesamt aus der Region Villány - an. Und da Barb ungarische Wurzeln hat, gab es auch noch leckere Snacks mit unaussprechlichen Namen dazu. Natürlich ist ein Abend mit Freunden nicht dazu angetan, sich gewissenhaft sämtliche Aromen und Feinheiten zu notieren. Aber vielleicht machen Euch die folgenden Notizen neugierig auf mehr. (Wenn ich irgendwo Unsinn geschrieben oder etwas verwechselt habe, korrigiert mich bitte. Für mich ist das Weinland Ungarn noch absolutes Neuland!)
Der 2009er Rosé von Edi Tiffan, einem der bekanntesten ungarischen Weinproduzenten, war von einem kräftigen, fast rostigen Rosa und deutlich intensiver, als vermutet - beinahe schon würzig. Die kalkigen Böden der Region eignen sich wunderbar für den Anbau von Merlot oder Cabernet und erhalten durch das Klima einen ganz eigenen Charakter. Edi Tiffan gehört zu den absoluten Spitzenwinzern in Ungarn, der die besten Restaurants in Budapest beliefert. Ein Name, den wir uns sicherlich merken werden, und den wir - wie ich zu meiner Schande gestehen muss - bisher nicht kannte.
Matias Badasonyi Szürkebarat. Wer das aussprechen kann, ist in jedem Fall noch nüchtern. Wobei Szürkebarat Grauburgunder bedeutet und Badasonyi die Weinregion ist. Der Grauburgunder war lecker aber eigentlich keine Überraschung. Sehr rund und ohne jegliche Spitzen, die im Gedächtnis geblieben wären. Insgesamt merkt man den Weinen die intensive Sonne - und dem u.a. damit verbundenen Alkoholgehalt - an.
Wer bei “Eger Stierblut” noch an schwere Kopfschmerzweine denkt (der Name war sogar mir ein schauriger Begriff), sollte dringend die neuen Weine der großen Winzer testen. Der Egri Bikaver vom Weingut der Brüder Juhasz ist ein Cuvee, der neben den klassischen Rebsorten Cabernet Franc und Merlot auch die in Ungarn heimische Traube Kékfrankos beinhaltet. Tief rubinrote Farbe mit stark kirschigem Geruch. Im Geschmack dann allerdings herber und holziger als erwartet, mit Vanille-Aromen und Johannisbeere. Ein guter “Wegtrink”-Wein, der nichts mehr mit klebrigem Kater am Morgen danach zu tun hat!
Das Highlight des Abends war der 2007er Cabernet Sauvignon von Attila Gere, der wie Edi Tiffan zu den absoluten Spitzenwinzern Ungarns gehört. 16 Monate in französischen Eichenfässern gereift, hat er kräftige Cassis-, Johannisbeer- und Kaffeearomen. Auch Schokolade und Röstaromen konnten wir rausschmecken. Absolut ein Anwärter auf einen Lieblingswein. Ich bin schon auf der Suche nach Bezugsquellen in Deutschland oder muss unsere Freunde doch bald schon wieder in Urlaub schicken
Als Grundlage für die spannende Weinprobe gab es zu herzhaftem Brot, echt ungarischer Salami in diversen Fett- und Schärfegraden sowie salzigem Gebäck den wohl leckersten Brotaufstrich, den ich seit Ewigkeiten gegessen habe. Und jetzt bitte nachsprechen: Körözött.
Zutaten (Danke für das Rezept, Barb!):
500 gr Schichtkäse (oder trockener Schafsfrischkäse, ung. Juhtúro, den man hier aber wohl so gut wie nicht bekommt)
150 gr bulgarischen Schafskäse (zerkrümelt)
100 gr zimmerwarme Butter
halber Becher Sauerrahm (mit viel Säure - z.B. von Andechser Bio)
2-3 TL mildes Paprikapulver, Salz, Pfeffer, 1/2 TL Kümmel
Alles gut miteinander vermischen. Fertig ist die Basis, die dann mit Schnittlauch, Frühlingszwiebeln, kleine geschnittenen grünen Oliven sowie einer tüchtigen scharfen (!) Prise Paprikapulver variiert werden kann. Im Kühlschrank durchziehen lassen. Fertig ist die scharfe Variante des Liptauers. (Wer es weniger scharf mag, lässt einfach das scharfe Paprikapulver weg und beschränkt sich auf edelsüßes.)
Ich probiere für mein Leben gerne neue Geschmäcker und Aromen aus. Deshalb war die ungarische Weinprobe für mich wirklich ein Erlebnis und Horizont erweiternd. Es gibt so Vieles zu entdecken. Umso wichtiger, ausgetretene Pfade zu verlassen und sich links und rechts des Weges auf Neuentdeckungen einzulassen.
Was hat Euch zuletzt überrascht? Eine Weinregion, ein selbst gekochtes exotisches Gericht oder ein Restaurant, in dem Ihr noch nie gewesen seid?
PS: Und hier der Lieblings-Python-Sketch von Barb und mir: The Hungarian Phrasebook
Geschrieben in Wein, Essen | 6 Kommentare »
2.8.2010 von Julia.
Sonntags ist Zeit zum Kochen. Da kann es ruhig mal etwas aufwändiger werden. Perfekt für die indische Küche, die einiges an Vorbereitung fordert. Aber das Ergebnis ist einfach immer wieder himmlisch exotisch, lässt fremde Aromen in die Nase steigen und fast so etwas wie einen kulinarischen Kurzurlaub einlegen.
Weil es doch wieder ziemlich warm war, gab es Malabar Fisch Curry. Das ist zwar ziemlich scharf und somit schweißtreibend, aber von den Zutaten her leicht und deshalb genau das richtige Sommeressen.
Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht:
500 gr weißen, festfleischigen Fisch (Tilapia, Pangasius, Seeteufel…)
1 Dose Tomaten
4 Schalotten
3 Knoblauchzehen
2 grüne Chilischoten
1 Stück frischer Ingwer (ungefähr so viel wie das obere Daumenglied)
100 ml Kokosmilch
2 EL Ghee (geklärte Butter (gibt es im Asialaden und hält lange) oder alternativ Pflanzenöl)
1 TL braune Senfkörner
10-15 getrocknete Curryblätter
1/2 TL gemahlene Fenchelsamen
1/2 TL Paprikapulver (scharf)
1/2 TL Chilipuler oder Cayennepfeffer
1 TL gemahlene Koriandersamen
1 TL Kurkuma (Achtung, färbt alles gelb! Inklusive Fingernägel)
1 EL Tamarindenpaste
Pfeffer aus der Mühle
Salz
Zucker
Und so geht’s:
Die Fischfilets abwaschen, mit einem Küchenpapier trocknen und in mundgerechte Stücke schneiden. Schalotten, Knobi, Ingwer schälen und grob zerkleinern. Die Gewürze - falls nicht schon geschehen - mörsern oder in der Küchenmaschine mahlen. (Am besten kauft man Gewürze im Ganzen und zerkleinert sie je nach Bedarf. Dann hält das Aroma länger). Tomaten, Schalotten, Knobi, Ingwer und alle gemahlenen (! Also NICHT Senfkörner, Curryblätter, Tamarinde!) Gewürze in ein hohes Gefäß geben und pürieren. (Unbedingt mal tief einatmen. Das ist ‘ne Gewürzexplosion!).
Die grünen Chilischoten waschen und in sehr feine Ringe schneiden (wer’s weniger scharf mag, die Kerne rausmachen. Ansonsten einfach drin lassen). Ghee in einer Schmorpfanne erhitzen und die Senfkörner bei ständigem Rühren anbraten. (Achtung: Die fangen an zu springen, wenn sie heiß werden! Am besten mit einem Spritzschutz abdecken, sonst sucht Ihr in der ganzen Küche die Körner zusammen.) Curryblätter zerbröseln und ebenfalls unter rühren braten. Dann die Gewürzpaste sowie die grünen Chiliringe dazugeben, erstmal vorsichtig salzen und köcheln lassen, bis es nicht mehr ganz so wässrig ist.
Dann 1 EL Tamarindenpaste unterrühren (gibt eine angenehme Säure). Mit etwas Zucker den Geschmack abrunden. Die Fischstücke in die Sauce geben und ca. 15 min bei geringer Hitze zugedeckt schwach köcheln lassen. Zum Schluss Kokosmilch zugeben und noch mal 5 min bei starker Hitze einkochen lassen, bis die Konsistenz so ist, wie man sie sich wünscht. (Notfalls mit einer rohen geriebene Kartoffel binden oder etwas Wasser dran kippen).
Wer vom Vortag noch gekochte Kartoffeln übrig hat, kann diese in Stücke schneiden und in der Sauce erhitzen. Das macht das Curry etwas sämiger und sättigt noch mehr.
Als Beilage passt natürlich Reis oder auch indisches Fladenbrot, das Naan. Das gibt es mittlerweile sogar in Supermärkten oder in manchen Asialäden.
Um die Schärfe etwas abzumildern, serviere ich zu fast allen Curries Gurken Raita dazu. Dafür eine Salatgurke schälen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Mit etwas Salz, einem TL gemahlenem Kreuzkümmel (Cumin) und 300 gr. Joghurt verrühren. Fertig. Joghurt lindert Schärfe immer ganz gut. Brot auch. Nur trinken hilft absolut nicht
Wer die Anschaffung der vielen Gewürze scheut, sollte sich mit Blick auf die nahende Herbst- und Winterzeit mal über die heilende Wirkung von Ingwer, Fenchel & Co. informieren. Dazu gibt es von mir hier einen Gastbeitrag in Annes Blog. Und selbst gemachte Curry-Mischungen sind auch immer ein schönes Mitbringsel oder ein kleines Geschenk für Gäste.
Viel Spaß beim Nachkochen!
Geschrieben in Ingwer, Indisch, Essen | 2 Kommentare »
29.7.2010 von Julia.
Eine große Schwester, die in England lebt, kann manchmal Gold wert sein. Zumindest, wenn sie das Faible der kleinen Schwester für indische Küche kennt und neben einem Ziegel Tamarindenextrakt auch gleich noch das passende Kochbuch dazu verschenkt.
Ich jedenfalls LIEBE “Fresh Indian. Over 70 healthy recipes” von Sunil Vijayakar. Das englische Kochbuch enthält nicht nur jede Menge leckerer indischer Gerichte (vegetarisch, mit Fleisch oder Fisch, Saucen, Dips, Beilagen…), sondern vor allem auch Mengenangaben in den üblichen Gramm und Milliliter, Appetit anregende Fotos und einfach nachzuvollziehende Kochanleitungen. Der Untertitel “healthy recipes” bezieht sich darauf, dass die sonst eher mächtige indische Küche zeitgemäß “verschlankt” wird: Joghurt statt Kokosmilch, im Ofen garen statt frittieren usw.
Da bekommt man nicht nur Lust auf’s Kochen, sondern kann auch ohne Reue genießen….
Geschrieben in Kochbuch, Indisch, Essen | Keine Kommentare »
28.7.2010 von Julia.
Es gibt so Tage: Keine Zeit einzukaufen, keine Lust zu kochen, wenig im Kühlschrank und trotzdem HUNGER! Da ist es die Rettung, wenn wenigstens Brot im Haus ist. Die Münchner Ökobäcker der Hofpfisterei verschicken ihr Brot mittlerweile sogar deutschlandweit. Und wer ein Manufactum in der Stadt hat, kann das herrlich knusprige Sauerteigbrot von Brot & Butter kaufen. Hmmm… Aber wenn es frisch nicht geht, ist Vollkorn-Toastbrot eine Alternative, die sich einige Tage hält, Knäckebrot hält sowie ewig. Aber auch Piadina, die superdünnen italienischen Teigfladen, gibt es mittlerweile sogar bei Aldi (manchmal!) oder anderen Supermärkten. Sie halten sich im Kühlschrank mehrere Wochen und können ein echter Lebensretter sein.
Einen Fladen in einer großen Pfanne erwärmen und dann nach Lust und Laune (und Kühlschrankinhalt) belegen. Klassisch ist natürlich Pesto (homemade - Ihr erinnert Euch?), Rucola, Tomate (getrocknete sind etwas herzhafter), Parmaschinken, Parmesan-Spalten und einige Tropfen Olivenöl sowie Balsamico-Essig. Fertig ist der italienische Genuss.
Für Vollkorn-Toast ist ein Sandwichmaker natürlich ideal. Wie in einem Waffeleisen werden zwei belegte und aufeinander gelegte Toastscheiben an den Rändern quasi versiegelt und von beiden Seiten gebräunt, wobei Käse superlecker zerfließt. Käse in Scheiben, gekochter Schinken und Tomaten sowie einige Chiliflocken reichen aus, um eine leckere Zwischenmahlzeit zu ergeben.
Unser Kühlschrank war heute wirklich leer. Die Zutaten haben aber trotzdem ein leckeres Sandwich-Deluxe ergeben:
Salzbutter
getrocknete Tomaten
Rosmarin-Schinken
Rucola
frische Tomaten
Chiliflocken
einige Tropfen kräftiges Olivenöl
einige gehackte Walnüsse (die werden noch zum Running Gag) obendrauf
Und dazu ein Glas eines einfachen Rotweins, der im Idealfall nicht verübelt, wenn man ihn auch noch 1-2 Tage aufhebt.
Die Meister des belegten Brots sind natürlich die Skandinavier. Das dänische Smörrebröd oder das schwedische Smörgasbord (untertriebener Name für phantastische kalte Buffets) sind weit über die Grenzen bekannt. Feine Rezepte gibt es hier.
PS: Auch Reste vom Vortag lassen sich zwischen zwei Brotscheiben zum leckeren Sandwich veredeln: Hühnchen übrig? Einfach etwas Frischkäse mit Curry vermischen, auf das Brot streichen, Fleisch zerpflücken und drauf legen, darauf eine Scheibe Orange oder Avocado. Wer mag, kann noch einige Rosinen dazu geben. Wer noch Frischkäse natur übrig hat, kann diesen mit frisch gehackten Kräutern, Kürbiskernen und frischem Kernöl verfeinern. Radieschen oder Sprossen drüber und fertig ist der vegetarische Snack. Die Varianten sind unendlich.
Mein Lieblings-Belegtes-Brot ist übrigens: Frisches Sauerteigbrot, Salzbutter, frische Tomate, Schnittlauch. Mehr braucht es nicht für ein echtes German Abendbrot!
Was ist Euer Lieblingssandwich? Oder worauf greift Ihr zurück, wenn’s schnell gehen muss?
Geschrieben in München, schweden, Wein, Indisch, Essen, German Abendbrot | Keine Kommentare »
25.7.2010 von Julia.
Dreimal im Jahr - im Mai, Juli und Oktober - findet die Auer Dult am Münchner Mariahilf-Platz statt, am Fuß des Nockherbergs. Und das seit 700 Jahren. Wie seit 1310 können sich jedes Jahr die Bürger auch heute noch mit Töpfen, Geschirr, Messern, Flechtkörben, Operationsbesteck (!), Lebensmitteln, Wundermittelchen, Putzzeug und vielem mehr eindecken. Neben den Haushaltsständen (und zahlreichen Scheuslichkeiten) gibt es auch gleich mehrere Gassen mit Antiquitäten, Trödel und allerhand Krempel.
Für uns ist die Dult immer ein Pflichttermin. Nicht nur zum Gucken und Stöbern. Beim “Messermo” beispielsweise lassen wir für kleines Geld einige unserer Küchenmesser schleifen. Bei “Schöne Dinge - Klaus & Inge” gibt es die besten und dezentesten Räucherstäbchen der Welt, die garantiert keine Kopfschmerzen machen und selbst die hartnäckigsten Küchengerüche eliminieren (und das ist manchmal wirklich nötig!). Natürlich gibt’s bei Klaus und Inge auch stärkeres Räucherwerk inklusive einer Einführung in “räuchern für Rituale”. Aber wir bleiben immer bei unseren französischen Küchengeruchskillern…
Heiß geliebt ist übrigens auch unsere Radi-Spindel, mit der man den Rettich biergartengerecht in einer endlosen Schlange schneiden kann. Die gehört in jeden Münchner Haushalt!
Ein unbedingtes Muss für mich persönlich sind noch die Brausestäbchen - die sich natürlich durch nichts von herkömmlichen Brausestäbchen unterscheiden. Aber so bleiben die kleinen sauren Dinger eben was Besonderes, wenn man sich dreimal im Jahr darauf freut…
Nach einem ausgiebigen Bummel kann man noch den Nockherberg erklimmen oder erradeln und bei einer kühlen Maß und einer guten Brotzeit (das Essensangebot auf der Dult ist nämlich nicht sonderlich empfehlenswert) noch mal die vielen Eindrücke Revue passieren lassen.
Die Jakobidult geht noch bis 1. August.
Kitsch, Krempel, Haushaltswaren - sind solche Märkte eigentlich ein Anachronismus oder charmantes Überbleibsel aus einer Zeit, in der man sich nur dreimal im Jahr mit Hausrat eindecken konnte. Was meint Ihr?
Geschrieben in unterwegs, München, Essen | Keine Kommentare »
24.7.2010 von Julia.
Wir haben immer noch Walnüsse übrig
Und weil wir das wirklich empfehlenswerte Kochbuch Oriental Basics (GU) erst viel zu wenig genutzt hatten, wurden am Wochenende 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Für die Paste benötigt man (in unserer leicht abgewandelten und würzigeren Variante) 3 rote Paprikaschoten, 100 gr Walnusskerne, 50 gr altbackenes Brot, Knoblauch, 1 rote Chilischote, Harissa (Würzpaste, die es mittlerweile auch im Supermarkt gibt o. Ihr schaut am Ende des Posts*), 1/2 Bund Petersilie, Sumach (optional - ein säuerndes Gewürz, das orientalischen Gerichten den letzen Kick gibt).
Backofen auf 250 Grad vorheizen, Paprika waschen, vierteln und in der Mitte auf das Blech legen. Jetzt backen, bis die Haut schwarze Blasen wirft und anschließend in einen Gefrierbeutel geben, abkühlen lassen. Jetzt kann man die Paprika ganz einfach häuten (Ich habe das tatsächlich am Wochenende zum ersten Mal gemacht und habe mich gefragt, wie ich bisher ohne gehäutete Paprika leben konnte. Die Röstaromen sind himmlisch!).
Walnüsse und Brot in der Küchenmaschine klein hacken und alles in einer Pfanne anrösten (Achtung! Anbrenn-Gefahr). Knobi und Chili winzig klein hacken und mit den Paprikas sowie der Brot-Nuss-Mischung verrühren. Jetzt noch Harissa, Salz und Sumach (ersatzweise ein paar Spritzer Zitronensaft) sowie klein gehackte Petersilie unterheben - fertig!
Schmeckt toll zu Fladenbrot oder Grillfleisch.
Was habt Ihr zuletzt ausprobiert? Was hat Euch denn zuletzt in der Küche überrascht? Ich werde jetzt jedenfalls öfter aus den Oriental Basics kochen…
* Harissa: 125 gr getrocknete und gehackte Chilischoten in heißem Wasser einige Minuten ziehen lassen. Abgießen und mit 1 EL getrockneter Minze, 1 EL gemahlenem Koriander, 1 EL gem. Cumin (Kreuzkümmel), 1 TL Kümmel, gehacktem Knoblauch (je nach Gusto), Olivenöl und Salz pürieren - bis die Paste schön pastenartig ist. Hält sich mit Öl bedeckt einige Wochen im Kühlschrank. Ist super als ganz dünner Brotaufstrich oder zu Grillgerichten.
Geschrieben in Orientalisch, Essen, German Abendbrot | 2 Kommentare »