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20.7.2010 von Julia.
Konstanze von einem meiner Lieblings-Food-Blogs www.genugda.de hat Anfang der Woche nach Tomatenrezepten gefischt. Delikate Tomatengerichte nennt sie “Tomatessen” was an Petitessen, Finessen, Rafinesse erinnert. Und so sind Tomaten ja auch: wunderschön, süßlich, knackig, saftig, vielseitig. Weil Rezept-Aufrufe bei mir immer fruchten und weil ich Tomaten einfach L*I*E*B*E* bekam sie von mir das für ein Spicy Gazpacho: read more
Außerdem ist das die erste offizielle Verlinkung zum German Abendbrot, was mich ganz besonders freut! Hurrah!
Übrigens nimmt Konstanze immer noch Rezepte für ihre Tomatessen entgegen. Also los! Worauf wartet Ihr noch?
Geschrieben in Essen | Keine Kommentare »
20.7.2010 von Julia.
Immer die gleiche Strecke laufen ist ja eigentlich langweilig. Und München bietet so viele schöne Laufstrecken: An der Isar entlang, zum Zoo, im Englischen Garten, durch den Westpark…
Aber manchmal muss es eben schnell gehen. Da will man gleich von der Haustür weg losrennen und am besten dabei noch den Überblick behalten über die gelaufenen Kilometer. Deshalb ist der Lauf rund um die Münchner Theresienwiese meine Hausstrecke.
Hier bin ich japsend die ersten Meter gelaufen, war stolz wie Bolle, als ich die erste Runde (2.7 km) ohne Pause laufen konnte und freue mich heute noch, wenn ich ohne zu zögern 4, 5 oder 6 Runden laufe. Die Steigungen oder auch die Treppen hoch zur Bavaria sind zudem ein gutes Oberschenkeltraining. Die Bäume links und rechts vom Weg spenden Schatten oder schützen vor Schnee, und von den Füßen der Bavaria hat man einen wunderschönen Blick auf München.
Bei drei oder mehr Läufen die Woche kann es aber auch schon mal langweilig werden, immer im Kreis zu rennen. Nur ab Mitte Juli (in diesem Jahr schon früher!) wird’s richtig spannend: Da kann man mit jedem Tag den Aufbau des Oktoberfests beobachten und wachsen sehen.
Was mit Klohäuschen und Stromkästen anfängt, geht dann mit den Gerüsten für die “Zelte” (wer noch nie auf der Wiesn war: das sind 2-geschossige Häuser mit Platz für bis zu 10.000 Menschen) weiter und geht dann in meine liebste Phase über. Wenn die Aufbauten schon soweit vorangeschritten sind, dass man quasi hinter die Kulissen des größten Volksfestes der Welt schauen kann, fühle ich mich immer, als würde ich in ein Geheimnis eingeweiht: Der Löwenbräu-Löwe ist aus ganz abgestoßenem Papp-Maché und wenige Tage vor der Eröffnung steht sein Kopf noch auf dem Asphalt vorm Zelt. Die Westernbahn wirkt wenig spektakulär, wenn die Cowboys auf dem Rücken liegen und Schrauben festgezogen bekommen. Im Innern der Zelte kann man wunderschöne Details entdecken (z.B. die Deckenmalerei im Hacker-Pschorr), die sonst vor lauter Qualm und Bierdunst unsichtbar bleiben. Und es verblüfft mich jedesmal, wie schnell ein Riesenrad aufgebaut werden kann.
Es war aus Sicherheitsgründen natürlich schon immer verboten, während des Aufbaus, wo wirklich schweres Gerät im Einsatz ist, über die Wiesn zu laufen. Aber es wurde toleriert und kaum kontrolliert.
Weil aber vor einigen Jahren irgendein Depp sich den Kopf an einem Gerüst gestoßen und die Stadt verklagt hat, wird jetzt immer ein Bauzaun um das Areal gezogen. Sogar die Kantine für die Arbeiter ist jetzt für Unbefugte geschlossen.
Dennoch kann man sich z.B. vom Fuß der Bavaria aus einen Eindruck verschaffen. Und es soll auch Schlupflöcher im Bauzaun geben - der Blick hinter die Kulissen ist einfach zu faszinierend.
Übrigens: Während der Wiesn meide ich das Areal für Läufe natürlich großräumig. Ich habe einfach keine Lust über Kotzpfützen, zerbrochenens Glas und besoffene Touris zu springen. Aber danach gehört die Theresienwiese wieder den Anrheinern, können ganz gemütlich den fast ebenso spannenden Abbau beobachten. Und wenn der letzte Stromkasten abgebaut ist, dann riecht es schon fast a bisserl nach Winter…
You can read an English and slightly revised version of this post here.
Geschrieben in laufen, München | 1 Kommentar »
19.7.2010 von Julia.
Unsere letzte private Weinprobe stand unter dem Motto “Summer Edition” - gemeint waren damit nicht nur leichte, gut gekühlt trinkbare Weine, sondern auch die dazu gereichten Snacks. Die sollten sich auch für Picknicks, spontante Sommerparties oder eben den Besuch im Biergarten eignen.
Eines der Highlights waren die Lachs-Crepinette. Ein Gericht, das man gut am Vortag zubereiten kann und das auch was für’s Auge bietet, hier rechts im Bild:
Zutaten:
80 gr Mehl
70 ml Milch
2 Eier
Salz
1/2 Bund Schnittlauch
3 EL Butter und etwas Butter für die Pfanne
150 gr Frischkäse (natur o. je nach Geschmack)
50 gr Creme Fraiche
2 EL Meerrettich (frisch oder aus dem Glas)
250 gr Räucherlachs
Und so geht’s:
Für die Crepes Mehl, Milch und Eier mit etwas Salz sowie klein geschnittenem Schnittlauch verrühren. Butter in einer kleinen Pfanne schmelzen und dann in den Teig rühren. Aus dem Teig dann 2 Crepes backen, zur Seite stellen.
Für die Füllung Creme fraiche und Frischkäse mit Salz, Pfeffer und Meerrettich verrühren. Die 2 Crepes etwas überlappend auf eine Klarsichtfolie legen. Eine Hälfte mit Lachs belegen, eine mit der Käsecreme bestreichen.
Jetzt mit Hilfe der Frischhaltefolie eng zusammenrollen und dabei leicht andrücken. Die Enden der Folie wie ein Bonbon zudrehen und alles für mind. 30 min kühl stellen.
Vor dem Servieren aufrollen, in mundgerechte Scheiben schneiden und ggf. mit Zahnstochern oder Spießchen fixieren.
Wenn man’s mit dem Meerrettich nicht übertrieben hat, passt dazu ein kräftiger Weißwein oder ein Rosé aus Syrah-Traube. Geht aber auch prima zum Bier.
Geschrieben in Biergarten, Wein, Essen | 2 Kommentare »
19.7.2010 von Julia.
Nachdem meine Kollegin und echtes Münchner Kindl Andrea am Wochenende ihre erste Frankfurter Grie Soß gegessen und anscheinend Gefallen daran gefunden hat, war das gleich die Inspiration für den heutigen Blog-Beitrag. Als Frankforter Määdsche ist das Gericht ja quasi in meiner DNS verankert. Natürlich gibt es jede Menge Streitereien über die richtigen Kräuter, Mayonnaise oder keine, Ei oder nicht… Wenn man aber mal alle Ideologie beiseite lässt, bleibt ein wunderbar leichtes, frisches Gericht, das sich neben den Klassikern Bratkartoffeln, halbe Eier oder Tafelspitz auch super eignet zu Baked Potatoes, Grillfleisch oder Spargel (nächste Saison dann wieder). Es schmeckt einfach nach Frühling (die Saison beginnt spätestens an Ostern) und kann bis in den Herbst hinein gegessen werden.
Natürlich hat jede Familie ihr eigenes Rezept und NATÜRLICH ist das meiner Familie das einzig wahre ;-) Aber im Ernst: Damit konnte ich schon Rheinländer, Mac-Poms, Sachsen und Bayern überzeugen. Also ganz so verkehrt ist sie dann wohl nicht.
Zutaten für 2 Personen (nach Oma Marga, verfeinert durch Mama Gerlinde, gehegt und gepflegt und für gut befunden von Julia):
2 hartgekochte Eier (bei mehr Personen: Immer 1 Ei weniger als Leute)
Je ein Bund Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Pimpinelle
Einige Blätter Sauerampfer, Borretsch
1 Becher Joghurt (lieber etwas mehr kaufen u. je nach Konsistenz zugeben)
1 Becher Saure Sahne
stinknormaler Essig, einfaches Pflanzenöl, 1 EL mittelscharfer Senf, Salz, Pfeffer
Bei der Zubereitung tut man sich am Leichtesten mit einem Pürierstab. Puristen hacken die Kräuter, aber das muss nicht sein. Also: Kräuter von den Stängeln zupfen, grob zerkleinern. Zusammen mit den Eiern, Senf und Gewürzen pürieren. Die Masse mit Saure Sahne und Joghurt vermengen, bis die gewünschte Konsistenz entsteht. Die Grie Soß sollte breiig sein, keinesfalls flüssig oder fest - und ein schönes Grün haben. Mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Dann nochmal abschmecken, ggf. nachwürzen. Fertig.
Die Kräuter stellen einen außerhalb Frankfurts manchmal vor eine Herausforderung. Aber selbst dort gibt es die fertigen Packungen. Davon unbedingt die Finger lassen, weil meist krause Petersilie in Massen drin ist und von den anderen Kräutern nur Spuren. Ich pflanze sie mittlerweile in Balkonkästen an, wobei die Kräuter sich leider nicht so schnell erholen wie wir Grie Soß essen
Auf gut sortierten Märkten bekommt man die Kräuter in der Regel aber auch. Oder man bestellt sie beim Gemüsehändler vor.
Dazu passen klassischerweise eben Tafelspitz und Salzkartoffeln, Bratkartoffeln mit 2 halben Eiern oder Schnitzel. Wir essen sie aber auch als Dip zu Rohkost, Grill- oder Ofenkartoffeln, Grillfleisch usw.
Ich hatte ja versprochen, nicht ideologisch zu werden. Aber Dill gehört wirklich niemals und unter keinen Umständen in die Grie S0ß! Sonst zieht Euch meine Oma die Ohren lang…
Und wer sie nicht selber machen mag: Die beste gibt’s im “Rad” in Seckbach (dörflicher Frankfurter Stadteil) und beim “Wagner” in Sachsenhausen.
PS: Fast hätte ich die Getränke vergessen! Natürlich ist Äppelwoi der Klassiker - kann aber bei ungeübten oder nicht-hessischen Gastessern schon mal zu Turbulenzen führen mit all den frischen Kräutern. Deshalb empfehlen sich auch ein Sauvignon Blanc oder ein Grüner Veltliner.
Geschrieben in Frankfurt, Wein, Essen | 2 Kommentare »
18.7.2010 von Julia.
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Mit das schönste an München, wo ich jetzt schon fast 9 Jahre lebe, sind die Biergärten (einer meiner Liebsten ist der “Münchner Haupt” in der Zielstattstraße: Nicht überlaufen, faire Preise, urige Bänke, viel grün und Parkplätze!). Und an denen ist besonders schön, dass man seine Brotzeit einfach mitbringen kann. Ob zum Frühstück, Brunch, Kaffee & Kuchen, Abendbrot, Geburtstagsfeier oder einfach so: schnell den Picknick-Korb gepackt und los geht’s.
Zu den frischen Brezn mag ich ja am liebsten sämtliche Sorten von Frischkäse (naturbelassenen Frischkäse mit Quark, frisch gehackten Kräutern, Kürbiskernen und etwas Kernöl, Pfeffer + Salz vermengen - fertig).
Ideal ist aber auch mein neuester Liebling: Superschneller Nudelsalat. Klingt nach 50er Jahren, isses aber nicht. Zudem ist er garantiert ohne Mayonnaise und deshalb auch sommertauglich: Penne rigate oder Rigatoni (Farfalle gehen auch) al dente kochen, getrocknete Tomaten (besonders gute gibt’s bei “Spina” im Schwabinger Industriegebiet) klein schneiden, Pinienkerne, Olivenöl und Pesto mischen, ziehen lassen und fertig. Schmeckt herrlich nach Italien - und was wäre in der nördlichsten Stadt Italiens passender?
Was nehmt Ihr mit in den Biergarten?
Geschrieben in Sendling, Biergarten, München, Essen, German Abendbrot | 4 Kommentare »
18.7.2010 von Julia.
Ok, das ist ‘ne alte Schreiber-Regel, die leider viel zu selten beachtet wird. Aber sie gilt auch durchaus für’s Essen. Der Hintergedanke beim German Abendbrot besteht in der Einfachheit: frisches Sauerteigbrot, leicht gesalzene Butter, guter Käse, sonnengereifte Tomaten… Da so ein Abendrot aber durchaus auch mal über den Tellerrand (oder die Alpen) gucken darf, können die Zutaten auch erweitert werden.
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Insalata Calabrese ist nun wirklich keine Innovation. Aber echter Büffelmozarella, der schmeckt, als ob man ein Glas kalte Milch trinkt, selbst gezogene und in der Sonne gereifte Tomaten, frisch gepflücktes Basilikum (duftet schon beim Abzupfen), sehr gutes Olivenöl (wir haben welches aus der Toskana mitgebracht) und dazu ein Glas gekühlter Rosé: Das ist die mediterrane und sommerliche Variante vom German Abendbrot ;-).
Geschrieben in Wein, Essen, German Abendbrot | Keine Kommentare »
18.7.2010 von Julia.
Nachdem ich bisher Rezepte, Weinempfehlungen, Laufstrecken uvm. bisher nur meinen Facebook-Freunden und Twitter-Followern zugänglich gemacht habe, wurde ich immer mal wieder gebeten, einen Gast-Beitrag zu schreiben. (Schaut doch mal vorbei, was ich über indische Küche oder unsere privaten Weinproben geschrieben habe.) Das hat richtig Spaß gemacht! Und die vielen positiven Kommentare haben mich jetzt dazu veranlasst, selber zu starten.
Dabei möchte ich mich vor allem bei all denanregenden Food-Bloggern bedanken (einige davon findet Ihr in der Blogroll, die ich kontinuierlich ergänzen werde) und etwas von der Inspiration, der Leidenschaft für Essen & Trinken sowie dem regen Austausch zurückgeben.
Warum das ganze Ding “German Abendbrot” heißt? Deutsche Küche ist nicht gerade berühmt für Rafinesse, Vielfalt oder Leichtigkeit. Aber was man mit deutschem Essen in Verbindung bringt, ist das, was ich irgendwo mal als “The real German Abendbrot” gelesen habe. Ihr kennt das noch: Abends um 18 Uhr sitzt die Familie am Tisch mit Graubrot, Aufschnitt, Käse, Tomaten, Essiggurken und Malzbier (für die Kleinen) und erzählt sich vom Tag. Wenn mir nach all den exotischen Delikatessen, die es in einer Großstadt an jeder Ecke gibt, oder nach längeren Reisen mal wieder nach “Heimat” ist, gibt es bei uns zu Hause “The real German Abendbrot”. Aber da Stullen alleine auch nicht glücklich machen, werde ich in diesem Blog den Begriff etwas weiter fassen und posten, was ich gerne koche, ausprobiert habe, gerade trinke, entdecken konnte oder bei anderen Foodbloggern abgeschaut habe. Und damit das alles nicht so ansetzt, wird auch ab und zu gelaufen. Ich freue mich auf Eure Kommentare, Anregungen, Kritik und Verlinkungen.
Geschrieben in Wein, Indisch, Essen, German Abendbrot | 5 Kommentare »